Presse
Presseberichte Deutscher Hörfilmpreis
Bunte, 31.03.2010
Film-PREIS
Super Einstand! Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit begrüßte bei der 8.V erleihung des Hörfilmpreises Jungschauspieler David Kross besonders herzlich und meinte: "Du bist jetzt also Berliner." Dann bot Wowi Kross einen Eintrag ins Buch der Hauptstadt an. Nochmal stand Kross im Mittelpunkt: "DerVorleser" mit ihm und Kate Winslet in den Hauptrollen gewann den Publikumspreis. 500 Gäste feierten die Hörfilmpreise, mit denen Produktionen ausgezeichnet werden, die für Blinde und Sehbehinderte zusätzliche Bildbeschreibungen bieten. Schirmherrin Christine Neubauer, die direkt von Dreharbeiten zurn ARD-Zweiteiler "Der kalte Himmel" ins Atrium der Deutschen Bank kam, ist sich ihrer wichtigen Aufgabe bewusst: "Ich möchte die visuelle Welt blinden Menschen sichtbar machen. "Schauspieler Götz Otto übernahm die Patenschaft für eine Zirkusaktion für sehende und nichtsehende Kinder. Annett Louisan lieferte das musikalische Highlight für Gäste wie Jeanette Hain, Regina Ziegler, Helmut Zierl mit Saskia Valencia. Die Sängerin: "Ich versuche, mit meinen Liedern jedes Mal einen kleinen Hörfilm zu produzieren. Wenn bei den Menschen das Kopfkino beginnt, bin ich glücklich.
Gala, 31.03.2010
Berlin - Deutscher Hörfilmpreis
Kino für alle
Ein glamouröser Abend mit hohen Ansprüchen: Zum achten Mal ehrte der Deutsche Blinden- und Sehbindertenverband besonders gelungene Hörfilme. Schauspielerin Christine Neubauer war Schirmherrin der Veranstaltung im Atrium der Deutschen Bank. Ihr Credo: "Ich möchte allen Menschen meine Welt zugängig machen."
Thema des Abends: David Kross' Umzug nach Berlin. Noch ein Jungstar für die Hauptstadt!
Special Guests: Einige hatten ihre Blindenhunde mitgebracht.
Oops! Jurorin Brigitte Grothum verriet schon vor Beginn der Veranstaltung, dass David Kross den Publikumspreis bekommen würde.
IN, 31.03.2010
DEUTSCHER HÖRFILMPREIS
Augen öffnen in Seide & Chiffon
Es immer das Gleiche: Wenn es bei einem Event um ein soziales Thema geht, findet sich bestimmt mindestens einer, der die Nase rümpft und motzt: "Die Stars sollten das Geld für ihre teuren Kleider lieber spenden." Bloß, dass Mr. Besserwisser nicht weiß, dass jede Robe, jeder Ohrring Werbung für den guten Zweck ist. Mit dem Glamour rückt auch das Entscheidende ins Lampenricht - wie jetzt der Hörfilmpreis. Was ein Hörfilm ist? Die Chance für Menschen mit Sehschwäche, Movies wie "Der Vorleser" zu genießen. Alles, was passiert, wird erklärt. Um ein Gefühl fürs Nicht-Sehen zu bekommen, liegen bei der Gala überall Brillen rum. Aufsetzen schockt, plötzlich ist alles milchig. Man fühlt sich orientierungslos, hilflos, ahnungslos. Etwas, das einigen Stars in abgeminderter Form übrigens nicht sooo fremd ist. Ohne Kontaktlinsen ginge bei Bettina Zimmermann (35) so ziemlich gar nichts. Auch David Kross hatte früher 'ne dicke Brille. Aber im Vergleich sind das Kleinigkeiten. Der Neffe von Eva Habermann (34) ist seit seinem fünften Lebensjahr auf einem Auge blind. Doch die, die das Schicksal am härtesten trifft, sind oft die Tapfersten. Wenn Sie also das nächste Mal ins Kino gehen, schließen Sie die Augen. Dann wissen Sie, warum der Hörfilmpreis so wichtig ist...
Grazia, 31.03.2010
Berlin - Hörfilmpreis
Gäste: Karoline Herfurth, Annett Louisan, Nina Eichinger, Bettina Zimmermann
DER PREIS Mit dem Hörfilmpreis werden Filme ausgezeichnet, die gesprochene "Untertitel" für Sehbehinderte haben. Einen bekam, na logisch, "Der Vorleser".
DER REDNER "Vorleser" David Kross nahm den Award entgegen - und hatte es nicht weit nach Hause: Er war kürzlich aus dem Elternhaus bei Hamburg in die erste eigene Bude in Berlin-Charlottenburg gezogen.
Freizeit Revue, 31.03.2010
Deutscher Hörfilmpreis in Berlin
Großes Herz für blinde Menschen
Das Motto des Berliner Abends hieß: "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen!" Im Atrium der Deutschen Bank feierten 600 Gäste den Hörfilmpreis (gestiftet vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband). Ehrensache für Schauspielerinnen Brigitte Grothum, Saskia Valencia und Bettina Zimmermann, sich in der Jury zu engagieren. Auch Christine Neubauer zeigte ihr großes Herz für Blinde und war die Schirmherrin des Preises, der an David Kross ("Der Vorleser") und Bruno Ganz ("Vitus") ging. Beim fröhlichen Feiern sagte sie: "Das ist eine wichtige Aufgabe, die ich ernst nehme." Kaum eine Kollegin dreht im Jahr so viel fürs TV wie die sympathische Müncherin. Ist ein Film im Kasten, hetzt sie zu einem neuen. Ende März hat Christine den ARD-Zweiteiler "Das kalte Herz" in Oberbayern und Berlin abgedreht. Bewegende Story: Als Bäuerin bringt sie ein autistisches Kind zur Welt und muss sich gegen die Vorurteile des Dorfes durchsetzen. Wie mal eine Parade-Rolle für die Powerfrau!
Frau im Spiegel, 31.03.2010
8. DEUTSCHER HÖRFILMPREIS
Bitte gut zuhören!
Berlin Einen Tag nach seinem 69. Geburtstag wurde Bruno Ganz eine besondere Ehre zuteil: Für seine Rolle im TV-Drama "Vitus" wurde er vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband für die "Beste Hörfilmproduktion" ausgezeichnet "Ich bin hier am richtigen Ort", sagte der Schauspieler, der selbst einen blinden Sohn hat - Daniel, 37. Auch David Kross ("Der Vorleser") bekam einen Preis. Für die musikalische Untermalung sorgte Annett Louisan im Atrium der Deutschen Bank.
OK!, 31.03.2010
Das kann sich sehen lassen
DEUTSCHER HÖRFILMPREIS, BERLIN Wie ist es, plötzlich blind zu sein? "Da ist eine wahnsinnige Unsicherheit", so Schauspieler David Kross. "Man macht alles sehr vorsichtig, muss sich langsam an alles rantasten". Das konnten Bettina Zimmermann und Karoline Herfurth bestätigen. Denn im Atrium der Deutschen Bank wurden Spezialbrillen verteilt, die eine Sehbinderung simulieren. Kross, dessen Film "Der Vorleser" den Publikumspreis bekam, gab nach diesem Erlebnis zu: "Es müsste noch viel mehr Filme geben, die so bearbeitet werden, dass sie für blinde und sehbinderte Menschen zugänglich sind."
Super Illu, 31.03.2010
Deutscher Hörfilmpreis
Galanacht der sexy Stimmen
Berlin. Ohren auf beim 8. Deutschen Hörfilmpreis! Der Preis, der Filme auszeichnet, die zusätzliche akustische Bildbeschreibungen für sehbehinderte Menschen enthalten, wurde im Rahmen einer festlichen Gala überreicht. Schirmherrin Christine Neubauer über ihr Engagement: "Unsere mediale Welt ist visuell, ich möchte diese Welt Nichtsehenden zugänglich machen!" Unter den Gästen: Dennenesch Zoudé, Jeanette Hain, Dominic Raacke, Bettina Zimmermann, Saskia Valencia und Nina Eichinger. Auf der Bühne sang Annett Louisan Ohrwürmer. Karoline Herfurth outet sich als Fan. Prämiert wurden die Filme "Elling" und "Vitus" (mit Bruno Ganz). David Kross erhielt den Publikumspreis für "Der Vorleser". Auf wen hören Promis nicht? Brigitte Grothum lacht: "Auf meine Tochter! Auch wenn sie so oft gute Ratschläge gibt!"
Welt am Sonntag, 28.03.2010
Hörenswert
Seit acht Jahren wird in Berlin der Hörfilmpreis für Streifen vergeben, die durch zusätzliche Sprachinformationen auch für Sehbehinderte verständlich werden. Am Dienstagabend wurden die Gewinnerfilme im Atrium der Deutschen Bank in Mitte bekannt gegeben, darunter das Schweizer Familiendrama "Vitus" mit Bruno Ganz und die internationale Produktion "DerVorleser" mit David Kross. Für Neu-Berliner Kross war die Preisverleihung die erste Veranstaltung nach seinem Umzug aus Bargteheide. "Berlin", sagte er, "scheint mir Glück zu bringen."
Gala.de, 24.03.2010
Preisverleihung: Deutscher Hörfilmpreis
In Berlin wurde zum achten Mal der Deutsche Hörfilmpreis verliehen. Schauspieler wie David Kross ließen sich dies ungewöhnliche Event nicht entgehen.
Mit dem Deutschen Hörfilmpreis werden besonders gelungene Hörfilm-Produktionen ausgezeichnet sowie Initiativen und Projekte, die auf besondere Weise zur Verbreitung und Weiterentwicklung des Hörfilms beitragen.
Filmecho.de, 24.03.2010
Deutscher Hörfilmpreis für "Elling", "Vitus" und "Der Vorleser"
Am 23. März wurde im Rahmen einer festlichen Gala in Berlin der 8. Deutsche Hörfilmpreis verliehen. In Anerkennung des hohen Niveaus der 13 Nominierungen entschied sich die Jury dafür, zwei Preise zu vergeben. Zuerst wurde die Hörfilmfassung der norwegischen Komödie "Elling" ausgezeichnet. Schauspielerin Dennennesch Zoudé überreichte den Preis an Hans-Wolfgang Jurgan, Geschäftsführer der Degeto Film, sowie die Filmbeschreiberinnen Evelin Sallam und Susanne Linzer.
Als zweite Hörfilmproduktion konnte sich das Schweizer Familiendrama "Vitus" durchsetzen. Regisseurin Sophie Heldmann ("Satte Farben vor Schwarz") hielt die Laudatio und übergab den Preis an Hauptdarsteller Bruno Ganz, Arte-Programmdirektor Christoph Hauser sowie die Filmbeschreiberin Sabine Ziehm.
Der erste Publikumspreis in der Hörfilmpreisgeschichte ging mit 47 Prozent der abgegebenen Stimmen an deutsch-amerikanische Drama "Der Vorleser". Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, übergab den Preis an Hauptdarsteller David Kross und Bernd Benecke vom Bayerische Rundfunk. An der Abstimmung hatten sich zahlreiche blinde, sehbehinderte, aber auch sehende Hörfilmfans beteiligt.
Ruhr Nachrichten Online, 24.03.2010
Hörfilmpreis des Publikums an «Der Vorleser»
Die norwegische Komödie «Elling» und das Schweizer Familiendrama «Vitus» sind die gemeinsamen Gewinner des diesjährigen Deutschen Hörfilmpreises».
Der erstmals vergebene Publikumspreis des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands ging am Dienstagabend in Berlin an Stephen Daldrys Bestsellerverfilmung «Der Vorleser.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übergab die Auszeichnung an Hauptdarsteller David Kross und den Bayerischen Rundfunk, der die Hörfilmversion des Oscar-prämierten Dramas nach einem Roman von Bernhard Schlink eingereicht hatte.
Die Hörfilmpreise luden zum achten Mal vergeben. Schirmherrin war erneut die Schauspielerin Christine Neubauer. Wegen der hohen Qualität der Nominierungen hatte sich die Jury entschieden, zwei Preise zu vergeben.
Hörfilme sind mit einer Beschreibung versehen, die in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung zusammenfasst und Szenen, Gesten und Mimik schildert. So können auch blinde und sehbehinderte Menschen Kinofilme erleben.
«Elling», eine Geschichte von Regisseur Petter Naess über die Ängste, Neurosen und Schrullen von zwei ehemaligen Psychiatrie-Patienten, war 2002 für den besten fremdsprachigen Oscar nominiert.
In «Vitus» von Regisseur Fredi M. Murer geht es um einen sechsjährigen hochbegabten Jungen, dessen Eltern ihn zu einem Klaviervirtuosen machen wollen. Hauptdarsteller Bruno Ganz nahm den Preis entgegen. Der Streifen war 2006 die offizielle Wahl der Schweiz im Rennen um einen Auslands-Oscar.
Berliner Zeitung, 24.03.2010
Ein Preis für den Neu-Berliner
Verleihung des 8. Deutschen Hörfilmpreises durch den Blinden- und Sehbehindertenverband
Das Motto des Abends erschien auf den ersten Blick absurd: "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen!" - Zum Sehen sind sie doch eigentlich gemacht. Da aber Blinden und Sehbehinderten jene Teile der Handlung, die der Regisseur optisch umgesetzt hat, ohne Erläuterungen entgehen, gibt es den Hörfilm. Und weil die wenigsten Filme durch eine extra Tonspur mit Audiodeskription zu Hörfilmen gemacht wurden und werden, hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband den Deutschen Filmpreis gestiftet. Der wurde gestern im Atrium der Deutschen Bank in der Charlottenstraße in Mitte schon zum 8. Mal verliehen. Jedes Jahr, so der Eindruck, der sich dabei aufdrängte, finden sich bei dieser Gelegenheit mehr bekannte Schauspieler ein, die sich dafür einsetzen, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit auch für die Sehbehinderten erschlossen werden. Diesmal waren Götz Otto (der als Pate ein Zirkusprojekt für blinde und sehende Kinder unterstützt), Karoline Herfurth, Dennenesch Zoudé, Ulrike Frank und Eva Habermann dabei.
Für Bruno Ganz und David Kross lohnte sich der erstmalige Besuch der Hörfilmpreisverleihung sogar. Von den 13 nominierten Filmen des diesjährigen Wettbewerbs gewann nämlich neben der norwegischen Komödie "Elling" auch das Schweizer Familiendrama "Vitus" mti Bruno Ganz. Die internationale Produktion "Der Vorleser" erhielt den erstmals ausgelobten Publikumspreis. Für den Hauptdarsteller und Neu-Berliner David Kross (der es auch mit seinem Film "Krabat" auf die Nominierungsliste geschafft hatte) war die Verleihung der Hörfilmpreise die erste Veranstaltung, die er nach seinem Umzug von Bargteheide bei Hamburg nach Charlottenburg in Berlin besuchte. Was den Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der die Laudatio für den Publikumspreis hielt, die Möglichkeit gab, den neuen Steuerzahler persönlich in der Stadt mit der leeren Kasse zu begrüßen. Bei ihrer an Herzlichkeit kaum zu übertreffenden Begegnung dirket vor der Verleihung am roten Teppich lobte Wowereit Kross für die Wahl seines neuen Wohnortes: "Eine guuuuuute Entscheidung!"
Für die Auswahl der Preisträger war in diesem Jahr neben dem Publikum die Jury zuständig, in der Produzentin Regina Ziegler und die Schauspielerinnen Brigitte Grothum, Bettina Zimmermann und Saskia Valencia mitgearbeitet haben. Die Schirmherrschaft hatte zum zweiten Mal Christine Neubauer übernommen. Das Anliegen des Abends hat die Schauspielerin gerne zu ihrem eigenen gemacht: "Wir leben in einem visuellen Zeitalter, und der Hörfilm ist eine wunderbare Möglichkeit für blinde und sehbinderte Menschen, an zentralen kulturellen Errungenschaften unserer Zeit teilzuhaben." Ihr nächster Fernsehfilm "Haltet die Welt an" läuft am Karfreitag um 20.15 Uhr als Hörfilm in der ARD.
Sängerin Annett Louisan kam mit ihren Liedern richtig gut an. Für die verbindenden Worte hatte man den routinierten und immer bestens informierten Moderator Jörg Thadeusz gewonnen, der eigentlich zusammen mit Andreja Schneider moderieren sollte. Sie fehlte wegen eines Bandscheibenvorfalls entschuldigt. Der Solo-Moderator himmelte die Schirmherrin auf eine Art an, die bald unter den Stalkerparagrafen fiel. Und wies immer wieder auf die Möglichkeit hin, durch eine Spende von 5000 Euro die Anfertigung einer Audiodeskription zu ermöglichen und damit einen Film für die Blinden und Sehbehinderten zu erschließen. Die Berliner "Tatort"-Kommissare Boris Aljinovic und Dominic Raacke sind schon mal mit gutem Beispiel voran gegangen.
BILD, 24.03.2010
8. DEUTSCHER HÖRFILMPREIS - Neu-Berliner David Kross geehrt
Welch ein herzlicher Empfang für Jungstar David Kross(19)! Erst wurde er gestern Abend von Berlins Regierendem Klaus Wowereit (56,SPD) herzlich als Neu-Berliner begrüßt. Dann offerierte Wowereit: "Vielleicht darf er sich auch bald ins Buch der Stadt eintragen..." Und schließlich Kross mit "Der Vorleser" den Publikumspreis des "Deutschen Hörfilmpreises". Weitere Gewinner: die norwegische Komödie "Elling" und das Schweizer Familiendrama "Vitus" mit Bruno Ganz (69). 500 Gäste waren gestern ins Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden gekommen. Zum 8. Mal wurden Filme für Blinde und Sehbehinderte, in denen in Dialogpausen eine Bildbeschreibung eingesprochen wird, ausgezeichnet.
Berliner Kurier, 24.03.2010
Ein Preis für den besten Hörfilm
Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen. Das Motto der Gala konnten die sehenden Gäste des 8. Deutschen Hörfilmpreises im Atrium der Deutschen Bank (Unter den Linden) lesen. Die sehbehinderten und blinden Gäste lauschten der warmen Stimme von Moderator Jörg Thadeusz. Kollegin Andreja Schneider fiel wegen eines Bandscheibenvorfalls aus und so führte der RBB-Mann gekonnt allein durch den Abend, an dem das Publikum, darunter Karoline Herfurth, Eva Habermann, Dominic Raacke auch lernte, wie ein Spielfilm zu einem Hörfilm umgewandelt wird. Audiodeskription nennt man die Vorgehensweise, bei der akustische Beschreibungen dem Werk hinzugefügt werden. Drei Filme wurden ausgezeichnet: Die norwegisehe Komödie "Elling" und das Schweizer Drama "Vitus", (Hauptdarsteller Bruno Ganz nahm den Preis entgegen). Den Publikumspreis erhielt "Der Vorleser" mit David Kross. Der wohnt jetzt auch in Berlin, was Laudator Klaus Wowereit natürlich sehr freute.
Berliner Morgenpost, 24.03.2010
Vorleser gewinnt Hörfilm-Preis
Film mit Jungstar David Kross ausgezeichnet Gala im Atrium der Deutschen Bank
Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, namhafte Hauptdarsteller wie David Kross und Bruno Ganz; gut besetzte Jury mit Schauspielern wie Bettina Zimmermann, Saskia Valencia, Brigitte Grothum und Filmproduzentin Regina Ziegler sowie mit Christine Neubauer eine attraktive Schirmherrin: "Der Deutsche Hörfilmpreis" hat sich zu einer viel beachteten Veranstaltung gemausert. Gestern Abend wurde die Auszeichnung im Rahmen einer festlichen Gala zum achten Mal verliehen. Gefeiert wurde mit 600 Gästen im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden (Mitte). Motto des Abends: "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen."
Mit Spannung erwartet wurde vor allem der Siegerfilm des zum ersten Mal vergebenen Publikumspreises - das Rennen machte die deutsch-amerikanische Produktion "Der Vorleser" mit Kate WinsIet und David Kross. Der inzwischen nach Berlin gezogene Darsteller nahm den Preis aus den Händen des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit entgegen. Kross: "Das ist ein sehr wichtiger Abend. Es müsste noch viel mehr Filme geben, die so bearbeitet werden, dass sie für blinde und sehbehinderte Mensehen zugänglich sind." Klaus Wowereit zum Thema Stimmen: "Bei schrillen Stimmen streuben sich meine Nackenhaare." Jury-Mitglied Bettina Zimmermann enthüllte: "Beim Angucken der Filme hielt ich die meiste Zeit die Augen geschlossen, um mich besser in blinde Menschen hineinversetzen zu können."
In der Kategorie "Beste Hörfilmprouktion" entschied sich die Jury in Anerkennung des hohen Niveaus der 13 Nominierungen dafür, zwei Preise zu vergeben: Sieger wurde die norwegische Hörfunkfassung der Komödie "Elling" (gilt in Norwegen als erfolgreichster Filme aller Zeiten); Schauspielerin Dennenesch Zoudé überreichte die Auszeichnung. Regisseur Carlo Rola, der Ehemann von Dennenesch Zoudé, berichtete: "Bei dem Krimi 'Das leise Sterben des Kolibris' habe ich einmal mit einem Gehörlosen gearbeitet, das war eine tolle Erfahrung. Er war unglaublich konzentriert."
Als zweite Hörfilmproduktion konnte sich das Schweizer Familiendrama "Vitus" mit Hauptdarsteller Bruno Ganz durchsetzen, er spielt den Großvater eines musikalisch hochbegabten Jungen.
Die Schirmherrschaft des Deutschen Filmpreises hatte zum zweiten Mal Christine Neubauer übernommen. "Das ist eine wichtige Aufgabe, die ich ernst nehme", sagte die Schaupielerin, die seit Januar in Berlin den ARD-Zweiteiler "Der kalte Himmel" dreht.
Jörg Thadeusz führte als Moderator durch den Abend; Schauspielerin und Sängerin Andreja Schneider plagte ein Bandscheibenvorfall, sie musste deshalb absagen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Annett Louisan mit drei live vorgetragenen Songs. Unter den Gästen des Abends: Die Schauspieler Karoline Herfurth, Eva Habermann, Marion Kracht, Jeanette Hain, Dominic Raacke und Götz Otto.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 vom Deutsehen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verliehen. Höhrfilme sind mit einer Audiodeskription (AD) versehen, die in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors schildert.
B.Z., 24.03.2010
Deutscher Hörfilmpreis für den Vorleser
Der 8. Deutsche Hörfilmpreis wurde gestern Abend verliehen. Hohe Auszeichnungen für spezielle Fassungen von Kino und TV-Filmen - nämlich für Blinde: Mit zusätzlich gesprochenen Kommentaren, die das für blinde Zuschauer unsichtbare Geschehen beschreiben. Schirmherrin Christine Neubauer und unter anderem Klaus Wowereit überreichten im Atrium der Deutsche Bank, Unter den Linden, die Preise an "DerVorleser" mit David Kross, "Vitus" mit Bruno Ganz und die norwegische Komödie "Elling" von Regisseur Petter Naess. Ein Kommentar des Regierenden zum Thema Sprechen und Stimme: "Ich werde schwach bei der Stimme der Vernunft. Und eine schrille Stimme ertrage ich nicht!"
Bunte, 18.03.2010
Deutscher Hörfilmpreis 2010
Schirmherrin in Berlin ist Christine Neubauer. Infos: www.deutscher-hoerfilmpreis.de
Gala.de, 16.03.2010
Filme mit den Ohren gucken
Eine große deutsche Preisverleihung für Filme findet bisher wenig Beachtung: der Deutsche Hörfilmpreis. Dabei ist der Hörfilm ein spannendes Metier und die Filmauswahl hochkarätig
"Wir schauen einen Film an" - mit diesem Satz können sich nicht alle Menschen fürs Kino oder einen DVD-Abend verabreden. Blinden und Sehbehinderten nützt in der Regel die größte Multiplexkino-Leinwand nicht, wenn sie der Handlung in den Bildern nicht folgen können. Seit Mitte der Siebziger Jahre gibt es dafür aber eine Lösung: den Hörfilm, der 1989 sogar beim glamourösen Filmfestivals in Cannes seinen europäischen Einstand feierte. Nur die Sehenden, die kennen ihn bis heute nicht.
Was passiert?
Um einen Film zum Hörfilm zu machen, werden die Dialogpausen mit Beschreibungen gefüllt. Beschrieben werden Umgebungen, Verhalten, Geschehenisse, Gesprächssituationen. Wer nicht weiß, dass "Harry und Sally" in einem Restaurant sitzen, wird die berühmte Orgasmus-Szene nur halb so lustig finden. Wer die Minen von Moria im "Herrn der Ringe" nicht sehen kann, gruselt sich nicht.
Die Schauspieler, die den zusätzlichen Sprechtext, die so genannte Audiodeskription vornehmen, haben also eine schwere Aufgabe. Und gleichzeitig eine spannende Rückerinnerung. Schauspieler Boris Aljinovic beschreibt es als eine Situation, in der man fast wieder zum ersten Drehbuchlesen zurückversetzt wird. Als man die Anweisungen und das Bildhafte der Szene zunächst auch nur in kargen Sätzen auf dem Papier wiederfand.
Wer ist nominiert?
Viel Platz für die Erklärungen bleibt nicht, und die Atmosphäre des Streifens darf auch nicht leiden. Kein Wunder, dass es nicht unbedingt die bunten actionlastigen Blockbuster sind, die sich als erste als Hörfilm wiederfinden. Das spiegelt auch die Nominiertenliste des Jahres 2010 wieder. Namhafte Produktionen, die auch im regulären Filmgeschäft Preise abgeräumt haben, sind dennoch dabei:
- "Der Vorleser" (2008, Regie: Stephen Daldry) eingereicht vom Bayerischen Rundfunk
- "Im Winter ein Jahr" (2008, Regie: Caroline Link) eingereicht von Highlight Communications (Deutschland)
- "Wolke 9" (2008, Regie: Andreas Dresen) eingereicht von Senator Home Entertainment
- "Krabat" (2008, Regie: Marco Kreuzpaintner) eingereicht von Twentieth Century Fox Home Entertainment
- "Die Fälscher" (2006, Regie: Stefan Ruzowitzky) eingereicht vom Zweiten Deutschen Fernsehen
- "Zerrissene Umarmungen" (2009, Regie: Pedro Almodóvar) eingereicht von Universum Film
- "Vitus" (2006, Regie: Fredi M. Murer) eingereicht von ARTE
- "Elling" (2001, Regie: Petter Næss) eingereicht von Degeto Film
- "Tatort: Bluthochzeit" (2009, Regie: Patrick Winczewski) eingereicht vom Südwestrundfunk
- "Guten Morgen, Herr Grothe" (2007, Regie: Lars Kraume) eingereicht vom Westdeutschen Rundfunk
- "Der Mann, der Yngve liebte" (2008, Regie: Stian Kristiansen) eingereicht vom Norddeutschen Rundfunk
- "Hannah und ihre Schwestern" (1986, Regie: Woody Allen) eingereicht von 3Sat
- "Stärker als die Dunkelheit" (2009, Regie: Stephan Greve) eingereicht von age of art
Der Publikumspreis
Bei der 8. Deutschen Hörfilmpreis-Verleihung erwartet die Gäste eine besondere Premiere. Erstmals in der Hörfilmpreis-Geschichte wird 2010 ein Publikumspreis verliehen. Bis zum 18. März können Hörfilmfans - egal ob blind, sehbehindert oder sehend - abstimmen, welchen Hörfilm sie besonders gelungen finden.
Hintergrund
Ob ein Film zu einem guten Hörfilm wird, kann im Produktionsablauf nur ein Sehbehinderter entscheiden - er muss beurteilen, ob erverfolgen kann, was gerade wo mit wem geschieht, ob er verschiedenen Handlungsstränge unterscheiden kann und ob er den Film zum Lachen oder zum Weinen findet. Die fertige Audiodeskription wird aufgenommen und dann auf die zweite Filmspur gespeichert - dank Zweikanalton kann dieser Service dann in jedem Haushalt und mit fast jedem Fernseher genutzt werden. Laut Angaben des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes sind in Deutschland rund 145.000 blinde und über 500.000 sehbehinderte Menschen nur so in der Lage, Filme wirklich zu genießen.
Die komplette Bearbeitung eines Films kostet durchschnittlich 4500 bis 5000 Euro - das erscheint nicht viel, und dennoch sind von rund 35000 in Deutschland auf DVD erhältlichen Filmen nur 66 als Hörfilme bearbeitet. Diese Zahlen nannte der Verbands-Geschäftsführer Andreas Bethke im Rahmen der Preisverleihung 2009.
Die Preisverleihung
Der Deutsche Hörfilmpreis wird 2010 zum achten Mal vergeben - in diesem Jahr am 23. März 2010 im Rahmen einer glanzvollen Gala am Potsdamer Platz in Berlin. Ausgezeichnet werden eine Kinoproduktion, eine TV-Produktion und ein Ehrenpreis der Jury. Prominente Schirmherren wie Mario Adorf und Christine Neubauer und Jury-Mitglieder wie Bettina Zimmermann und Saskia Valente machen sich schon lange für den Hörfilmpreis stark und die Gästeliste des Events wird von Jahr zu Jahr beeindruckender.
Bettina Zimmermann schildert ihrem ersten Hörfilmkontakt so: "Sehr intensiv! Ich habe ganz bewusst die Augen geschlossen und habe mir alles genau vorgestellt. Der Film hat etwas ganz eigenes bekommen, hat mich sehr berührt. Man braucht keine Kulisse zu sehen, um die Atmosphäre eines Films mitzubekommen." Beim Hörfilmpreis 2009 bekamen sehende Gäste für die Filmsequenzen eine Brille, die ihnen dabei helfen sollte, die Sehempfindung eines Gehandicapten nachzuempfinden - so konnte sich jeder daran versuchen, einen Film mit den Ohren zu gucken.
Zu gewinnen: eine Einladung zur glamourösen Preisverleihung
Gewinnen können Sie Ihren Erstkontakt mit Hörfilm und vielen Stars: Gala.de verlost gemeinsam mit dem dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) eine Einladung zur glanzvollen Hörfilmpreis-Gala am 23. März 2010 in Berlin für 2 Personen - inklusive Anreise mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse und einer Übernachtung im Hotel Concorde. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter folgende prominente Gäste: Andrea Sawatzki, Karoline Herfurth, David Kross, Bruno Ganz, Christine Neubauer, Götz Otto, Katharina Wackernagel, Ulrike Folkerts, Saskia Valencia, Ulrich Matthes, Annabelle Mandeng, Kerstin Linnartz und Klaus Wowereit.
Frau im Spiegel, 03.03.2010
"Ich bin eine Emotionsbombe"
ANNETT LOUISAN macht gerade eine kreative Pause - und kocht am liebsten für ihren Freund, den kanadischen Musiker Martin Gallop
Seit ihrem ersten Hit "Ich will doch nur spielen" im Jahr 2004 führte Annett Louisan, 32, ein Leben auf der Überholspur: vier Alben in fünf Jahren, Tourneen, Auszeichungen, Promotion-Auftritte. Doch 2010 soll ein ruhiges Jahr werden. Eine der wenigen Ausnahmen: Die zierliche, 1,52 Meter kleine Sängerin ist musikalischer Stargast bei der Verleihung des deutschen Hörfilmpreises am 23. März in Berlin (Publikumswahl unter www.deutscher-hoerfilmpreis.de). Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme als Ganzes wahrzunehmen. Sie sind mit speziellen Ergänzungen versehen, die in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors beschreiben. "Toll, dass es diese Möglichkeit gibt", sagt Louisan im Gespräch mit FRAU IM SPIEGEL. "Für den Event unterbreche ich gerne meine kreative Pause. 2010 ist für mich ein Jahr, in dem ich über Projekte nachdenken möchte, es soll ein Jahr hinter den Kulissen werden".
Fast 20 Jahre lebt Annett Louisan, die in Havelberg (Sachsen-Anhalt) geboren ist, in Hamburg. Seit einem guten Jahr ist ihr Zweitwohnsitz Berlin das Zentrum ihres Lebens. Hier teilt sie mit ihrem Lebensgefahrten, dem kanadischen Musiker Martin Gallop, 47, eine Wohnung im Szeneviertel Kreuzberg. Gerade hat sie sich noch ein kleines Tonstudio eingerichtet. "Ich bin innerlich angekommen, mache ganz normale Dinge, gehe in den Supermarkt zum Einkaufen und koche abends für meinen Freund", erzählt sie. "Ich habe auch keine Putzfrau und mache alles selbst. Das erdet mich ungemein. Im vergangenen Jahr war ich praktisch nie zu Hause".
Bei dem 15 Jahre älteren Musiker ist Louisan offensichtlich zur Ruhe gekommen. Das macht sich auch in der Haarfarbe bemerkbar: Statt platinblond gefärbt trägt sie jetzt ihr natürliches Brünett. Das Scheitern ihrer Ehe (2004 bis 2008) mit dem türkischen Studenten Gazi Isikatli, 30, hat sie gut bewältigt. "Ich habe aus dem ersten Liebesrausch heraus geheiratet - und es ist schiefgegangen", sagt sie heute über das Ehe-Experiment. "Aber ich glaube trotzdem weiter an die Liebe." Mit ihrem Ex-Mann versteht sie sich nach wie vor blendend, sie sind gut befreundet. Ihren aktuellen Partner hat sie bei der Arbeit kennengelernt, er spielte im Vorprogramm ihrer Tournee. "Ich war noch nie vorher in einen Musiker verliebt", erzählt sie. "Aber es ist natürlich toll, die Leidenschaft dafür zu teilen." Sich selbst beschreibt Louisan als "Emotionsbombe": "Ich weine schnell, kann aber genauso schnell wieder lachen. Ich bin ein richtiges Stehaufmännchen." Heiraten ist für Louisan trotz glücklicher Beziehung derzeit kein Thema, "aber die Kinderfrage beantworte ich mir selbst seit Jahren immer wieder mit Ja. Ich muss nur noch den richtigen Zeitpunkt finden." Wo sieht sie sich in zehn Jahren? "Hoffentlich immer noch auf der Bühne - und backstage spielen meine Kinder."
Frau im Spiegel, 24.02.2010
Feiern Sie wie die Stars!
CHRISTINE NEUBAUER ist Schirmherrin des "Deutschen Hörfilmpreis". Gewinnen Sie mit FRAU IM SPIEGEL eine Reise zur Gala nach Berlin.
Sie haben schon immer davon geträumt, über den roten Teppich wie ein Star zu flanieren? Mit ein bisschen Glück können Sie die glanzvolle Gala zum "Deutschen Hörfilmpreis" besuchen. Hörfilme sind mit einer speziellen Beschreibung versehen, die Handlung, Gestik und Mimik erklärt. Schirmherrin der Charity-Veranstaltung ist zum zweiten Mal Christine Neubauer. Die Münchnerin hat die Aufgabe von Mario Adorf übernommen: "Hörfilme sind eine gute Sache, dadurch können Blinde und Sehbehinderte Filme genauso genießen wie alle anderen Menschen auch", sagt der TV-Star. Die Verleihung findet am 23.März in Berlin im Atrium der Deutschen Bank statt. Musikalischer Stargast ist Annett Louisan. Nominiert sind in diesem Jahr u.a. "Zerrissene Umarmung" mit Penélope Cruz, "Der Vorleser" mit Kate Winslet und "Im Winter ein Jahr" mit Karoline Herfurth (www.deutscher-hoerfilmpreis.de)
Berliner Zeitung, 23.09.2009
Bewerbung für deutschen Hörfilmpreis beginnt
BERLIN. Seit Dienstag können sich Produktionen sowie Initiativen und Projkete, die sich auf besondere Weise um den Hörfilm verdient gemacht haben, für den 8. Deutschen Hörfilmpreis bewerben, teilte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) mit. Die Einreichungsfrist endet am 20. November, die Verleihung findet am 23. März 2010 in Berlin statt. Die Auszeichnung würdigt Produktionen, die es dank Audiodeskription blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, Filme als Ganzes wahrzunehmen. (ddp)
Filmecho Online, 22.09.2009
Deutscher Hörfilmpreis 2010 ausgeschrieben
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) verleiht am 23. März 2010 in Berlin den 8. Deutschen Hörfilmpreis. Die Galaveranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Schauspielerin Christine Neubauer und findet traditionell im historischen Atrium der Deutschen Bank AG statt.
Ab heute können Hörfilm-Produktionen sowie Initiativen und Projekte, die auf besondere Weise zur Verbreitung und Weiterentwicklung des Hörfilms beigetragen haben, für die Auszeichnung mit dem Deutschen Hörfilmpreis beim DBSV vorgeschlagen werden. Die Einreichungsfrist endet am 20. November. Weitere Infos unter www.deutscher-hoerfilmpreis.de.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 verliehen. Damit würdigt man besonders gelungene Hörfilmproduktionen, aber auch Persönlichkeiten und Institutionen für ihr Engagement im Bereich Hörfilm. Preisträger des 7. Deutschen Hörfilmpreises war in der Kategorie „Spielfilm/Kino“ der Südwestrundfunk für die Audiodeskription des deutschen Dramas „Novemberkind“. In der Kategorie „TV-Produktionen“ setzte sich die Hörfilmfassung der Tatort-Folge „Blinder Glaube“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg durch.
Den Ehrenpreis der Jury erhielt Mario Adorf für seine langjährigen Verdienste als Schirmherr des Deutschen Hörfilmpreises.
neue Woche, 27.03.2009
Hörfilmpreis, Berlin
Christine genießt jeden Tag mit ihrem Mann
Sie wurde mit Spannung erwartet: Schauspielerin Christine Neubauer. Neben einem leuchtenden Kleid trug sie den schönsten Schmuck am Arm: Ehemann Lambert Dinzinger. Fast zwanzig Jahre ist das Paar schon verheiratet. Doch alleine sein - das geht für das verliebte Paar nicht! "Weil wir oft getrennt sind, genießen wir jeden gemeinsamen Tag doppelt", offenbarte Dinzinger. Auch andere Paare konnten nicht von einander lassen: Tatort-Kommissar Boris Aljinovic mit Ehefrau Antje Westermann und das heftig turtelnde Moderatoren-PaarGerhard Leinauer und Alexandra Polzin.
In, 26.03.2009
Berlin - 7. Deutscher Hörfilmpreis
Wenn Ohren sehen lernen
Ein Film für Blinde? Das geht ja gar nicht! O doch Es gibt sogar eine Preisverleihung für die besten Hörfilme. Die Idee ist so einfach wie genial. Es sind die dieselben Filme, die wir Sehenden kennen, aber in den Dialogpausen wird erklärt, was die Schauspieler gerade tun. ZDF-Serienstar Nadine Wrmuth (26) hat schon in Hörfilme reingeschaltet und sagt für mich den Satz des Abends: "Ich habe den Film mit meinen Ohren noch intensiver gesehen." Wie muss es dann erst Blinden gehen ... Eine schockierende Erfahrung ist es für mich, als ich eine der Brillen aufsetze, die auf den Sitzplätzen liegen. Durch sie bleibt mir nur zehn Prozent meiner Sehkraft. Ich bin zwar nicht gänzlich blind, aber alles ist verschwommen, fremd. "Ich bekam Kopfschmerzen, war aber sehr interessant", gesteht mir Anna Maria Mühe (23). Das Schönste, was sie je gesehen hat? "Die Natur in Island."
OK, 26.03.2009
Deutscher Hörfilmpreis
Kino für die Ohren
Berlin - Zum siebten Mal wurden in einer festlichen Gala Hörfilmfassungen ausgezeichnet, in denen Kino- und TV-Filme für Sehbehinderte erlebbar gemacht werden. Die Preise gingen an die "Tatort"-Folge "Blinder Glaube" und Christian Schwochows Spielfilm "Novemberkind". Schade, dass es Ehrenpreisträger Mario Adorf nicht zur Verleihung nach Berlin schaffte. Seine Nachfolgerin als Schirmherrin ist Christine Neubauer.
Hoppla! Wie beschreibt sich Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit einem Blinden? "Ich bin der Wowi ...".
Gala, 26.03.2009
Mehr als Hörensagen
Berlin - Preisverleihung
Zum siebten Mal wurde vor 500 Gästen der Deutsche Hörfilmpreis im Atrium der Deutschen Bank verliehen - und wehmütig Abschied gefeiert: Mario Adorf, langjähriger Schirmherr des Hörfilmpreises, gab sein Amt an Kollegin Christine Neubauer weiter. Leider konnte er diesmal nicht dabei sein, bedankte sich aber per Video-Botschaft für seinen Ehrenpreis.
Christine Neubauer (mit Lambert Dinzinger) übernahm die Schirmherrschaft für den Deutschen Hörfilmpreis.
Roman Knizka gratulierte Anna Maria Mühe zur Auszeichnung von "Novemberkind" als beste Hörfilmproduktion Spielfilm/Kino.
Nadine Warmuth und Laura Osswald finden es wichtig, Filme auch für Blinde erlebbar zu machen.
Woche heute, 25.03.2009
7. Deutscher Hörfilmpreis
Was für ein Augen- und Ohrenschmaus!
Als Venus ganz in Rot sorgte TV-Moderatorin Nandini Mitra für den Hingucker auf dem roten Teppich.
Aber eigentlich ging es beim Deutschen Hörfilmpreis eher ums Zuhören: Prämiert wurden hier nämlich die Filme mit der besten Bildbeschreibung für Sehbinderte und Blinde. Moderatorin Frauke Ludowig hatte es zu Hause mit ihren Töchtern Nele (5) und Nika (3) ausprobiert, die Hände fest auf die Augen gepresst. Auf der Gala durfte sie wieder strahlen.
Viel Spaß, 23.03.2009
7. Deutscher Hörfilmpreis in Berlin
Endlich kann Anna Maria wieder lachen
Sie berühren sich zärtlich an den Händen und tauschten sooo verliebte Blicke aus...
Beim Deutschen Hörfilmpreis zeigten Anna Maria Mühe (23 ) und Matthias Adler (30) allen ihr Liebesglück. Kennengelernt hatten sich die beiden beim Dreh zu "Novemberkind" Mitte vergangenen Jahres. Endlich kann Anna Maria wieder lachen, hat sie die schlimmste Zeit ihres Lebens hinter sich. Im Sommer 2006 verlor sie erst ihre Mutter Jenny Gröllmann (†59), nur ein Jahr darauf starb auch ihr Vater Ulrich Mühe (†54) an Krebs. Tapfere Anna Maria!
Welt am Sonntag, 22.03.2009
Haben Sie schon diesen Film gehört?
Treffpunkt
Von Astrid Hegenauer
Tel. 030 259 17 88 52
Um zumindest mal ein vorübergehendes Gefühl für Sehbehinderung zu bekommen, setzte Schauspieler und "Tatort"-Kommissar Boris Aljinovic zur Probe eine Brille auf, die die Sicht beeinträchtigt. Aljinovic und sein Kollege Dominic Raacke kamen zur Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises ins Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Sie nahmen den Preis in der Kategorie TV-Produktionen für den "Tator"-Krimi "Blinder Glaube" entgegen. Anna Maria Mühe (Kategorie Spielfilm/Kino) bekam die Bronzestatue für "Novemberkind".
"Das ist ein ganz wichtiger Abend. In Zukunft muss es noch mehr Hörfilme geben", sagte Mühe. Die Gala des Deutschen Blinden- und Sehilfevereins (DBSV), zu der 430 Gäste kamen und die von Frauke Ludowig moderiert wurde, fand zum siebten Mal statt. Erstmals wurde dabei jedoch der Preis für entsprechende Kino- und Fernsehproduktionen vergeben. Ziel ist, das Angebot von Filmen für blinde und sehbehinderte Menschen zu verbessern. Um den Preis für die besten Arbeiten zu finden, war die Jury mit Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum gut besetzt.
Klaus Wowereit präsentierte an dem Abend die neue Schirmherrin des Preises, Christine Neubauer. Sie löste Mario Adorf ab. "Das ist eine wichtige Aufgabe und ich tue es gern", sagte Neubauer, "weil ich es sehr reizvoll finde, Blinden und Sehbehinderten meine Welt, die Welt des Films, zu erschließen." Bei Hörfilmen würden dazu während einer Dialogpause auf einer zusätzlichen Tonspur auch Beschreibungen der Szene gesprochen.
Bild am Sonntag, 22.03.2009
Haben Sie schon diesen Film gehört?
Die neue Frau an der Spitze war nicht zu übersehen. In einem leuchtend roten Kleid übernahm Christine Neubauer ihr neues Amt als Schirmherrin des Deutschen Hörfilmpreises: "Als Schauspielerin möchte ich Menschen unterhalten, berühren, in eine andere Welt entführen. Hörfilme sind dabei eine wundervolle Ergänzung, denn sie ermöglichen auch blinden oder sehbehinderten Menschen, Filme zu erleben."
Unter den Gästen: Frau Ludowig, Heinz Hoenig, Hannelore Hoger, Eva Habermann.
Ausgezeichnet wurde unter anderem das Drama "Novemberkind" mit Anna Maria Mühe in der Hauptrolle. "Wenn man weiß, dass es 5000 Euro kostet, einen Film zum Hörfilm zu machen, sollte es zur Pflicht für große Produktionen werden", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.
Berliner Morgenpost, 20.03.2009
Gala der Stars beim Deutschen Hörfilmpreis
Auszeichnungen für "Novemberkind" und RBB-Tatort
Um der Rekordzahl von elf Nominierungen gerecht zu werden, wurden der "7. Deutsche Hörfilmpreis 2009" erstmals in zwei Kategorien vergeben: für die beste TV-Hörfilmfassung und für die beste Hörfilmproduktion in der Kategorie "Spielfilm/Kino". Die Verleihung der Auszeichnungen war gestern im Rahmen eines Gala-Abends mit 500 Gästen im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Als beste Hörfilmproduktion in der Kategorie "Spielfilm/Kino" gewann das deutsche Leinwand-Drama "Novemberkind" mit Hauptdarstellerin Anna Maria Mühe. Die Tochter des unvergessenen Ulrich Mühe überzeugt darin in einer Doppelrolle, verkörpert Mutter und Tochter. Bei den Max-Ophüls-Filmtagen 2008 in Schwerin wurde der Streifen bereits mit Publikumspreisen ausgezeichnet. "Das ist ein sehr wichtiger Abend. Es muss in Zukunft noch viel mehr Hörfilme geben", sagte Anna Maria Mühe. Zur Gala kamen auch Carl Bergengruen, Fernsehfilmchef des einreichnenden Senders SWR, sowie "Novemberkind"-Regisseur Christian Schwochow.
Bei den TV-Produktionen setzte sich die Hörfilmfassung des RBB-Tatorts "Blinder Glaube" mit den Berliner Tatort-Kommissaren Dominic Raacke und Boris Iljinovic durch.
Mit Spannung erwartet wurde der neue Schirmherr des Deutschen Hörfilmpreises (präsentiert vom Regierenden Bürdermeister Klaus Wowereit) und damit Nachfolger von Mario Adorf. Diesem wurde für sein jahrelanges Engagement der Ehrenpreis zugesprochen. Leider konnte Adorf nicht dabei sein, er bedankte sich in einer Video-Botschaft und wird den Preis zu einem späteren Zeitpunkt in Empfang nehmen. Adorfs Nachfolge tritt die Schauspielerin Christine Neubauer an. Sie ist die neue Schirmherrin des Deutschen Hörfilmpreises. Ihr Ehemann Lambert Dinzinger: "Eine wichtige Aufgabe, die sie jetzt übernommen hat." Heute Abend fliegt seine Frau für fünf Wochen nach Thailand. Dort fällt heute die erste Klappe zu dem ARD-FIlm "Wer zu lieben wagt". Über Ostern kommen ihr Mann und der 16-jährige Sohn Lambert jr. zu Besuch nach Thailand. "Weil wir oft getrennt sind, genießen wir jeden gemeinsamen Tag doppelt", sagte ihr Ehemann.
Zum Abschluss des feierlichen Events überreichte Schauspieler Heinz Hoenig einen Sonderpreis der Jury an Hela Michalski für ihr Engangement als Hörfilmbeauftragte des BLinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Hostein.
Durch den Abend führte TV-Moderatorin Frauke Ludowig; Sängerin Joy Denalane sorgte mit zwei live gesungenen Songs für musikalische Glanzlichter. Zur Jury des Deutschen Hörfilmpreises gehören unter anderen Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum.
Unter den geladenen Gästen: die Schauspielerinnen Hannelore Hoger und Eva Habermann, RBB-Intendantin Dagmar Reim sowie Carsten Colmorgen, Direktor des Sterne-Hotels Concorde an der Augsburger Straße. Dort wurden Christine Neubauer, Frauke Ludowig und Heinz Hoenig mit Pralinen, Obst und Champagner verwöhnt.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 202 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verliehen. Bei Hörfilmen werden die Bildbeschreibungen in den Dialogpausen eingesprochen.
Barbara Jänichen
Berliner Zeitung, 20.03.2009
Nötigung auf offener Bühne
Verleihung der Deutschen Hörfilmpreise 2009 mit neuer Schirmherrin Christine Neubauer
Von Andreas Kurtz
Wer im Kino oder während eines Fernsehfilms die Augen schließt, der wird schnell merken, dass ohne die von den Augen aufgenommenen Informaitonen Wesentliches für das Verstehen der Handlung fehlt. Diese Erfahrung gehört zum Alltag von Blinden und Sehbehinderten. Sie sind darauf angewiesen, dass ihnen jemand das Visuelle verbal liefert. Der Idealfall sind Filme mit zusätzlicher Tonspur. Die besten von ihnen werden seit 2002 mit dem Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet, der gestern Abend im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden verliehen wurde. Wegen der vielen preiswürdigen Einreichungen entschied sich die Jury, zu der Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum gehörten, erstmalig je einen Preis für einen Kino- und für einen Fernsehfilm zu vergeben.
Der Deutsche Hörfilmpreis 2009 ging an den Kinofilm "Novemberkind" mit Anna Maria Mühe in der Hauptrolle und den "Tatort" mit dem Titel "Blinder Glaube" mit Boris Aljinovic und Dominic Raacke. Wobei der "Tatort" nicht nur wegen der Qualität seiner Bildbeschreibung, sondern auch wegen seines Falls mit Interesse aufgenommen wurde. In "Blinder Glaube" ging es nämlich um Betrügereien mit einem Chip, der angeblich dazu geeignet ist, Blinde wieder zu Sehenden zu machen.
Nachdem Mario Adorf dem Deutschen Hörfilmpreis mit seiner Popularität als langjähriger Schirmherr auf die Beine geholfen hat, ging dieses Ehrenamt gestern an seine Kollegin Christine Neubauer. Sie engagiert sich seit Jahren als Botschafterin beim Deutschen Roten Kreuz sowie für die SOS-Kinderdörfer und sagt zu ihrer neuen Aufgabe: "Das ist das letzte Ehrenamt, das ich annehme. Ich tute es gern, weil ich es sehr reizvoll finde, Blinden und Sehbehinderten meine Welt, die Welt des Films, zu erschließen."
Angesprochen wurde sie von der Produzentin Regina Ziegler. Und weil sie bei ihr auch die meisten Filme dreht, ist Christine Neubauer sich sicher, dass sie an den Abenden der Hörfilmpreisverleihungen der kommenden Jahre auch tatsächlich Zeit haben wird: "Das wird sie schon möglich machen! Extra für ihre erste Hörfilmpreisverleihung als Schirmherrin verschob die erfolgreiche Buch-Autorin ("Das Vollweib-Kochbuch") und viel beschäftige Darstellerin ihren Abflug nach Thailand, wo heute die Dreharbeiten für einen ARD-Film beginnen sollen. Als der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hörte, dass dieser Film von Regina Ziegler produziert wird, nötigte er ihr sofort die Zusage für eine Hörfilmtonspur ab.
Moderiert wurde die Verleihungsgala von Fernsehfrau Frauke Ludowig, die sonst eher für die Bohlens dieser Welt zuständig ist. Als Laudatoren waren die Schauspieler Hannelore Hoger und Heinz Hoenig dabei. Hoenig ärgert sich über die Ignoranz gegenüber Behinderten: "Wir sind ganz schön hochnäsig, bloß weil wir hören und sehen können." Für die musikalische Unterhaltung hatte man die Sängerin Joy Danalane engagiert. Unter den etwa 500 Gästen des Abends waren die Schauspieler Eva Habermann und Nadine Warmuth. Sie erfuhren, dass man unter www.hoerfilm-patenschaften.de als Firma oder Privatperson die Finanzierung einer Hörfilmfassung übernehmen kann. Die Kosten dafür sind überschaubar: 90 Minuten sind schon für 5.000 Euro zu produzieren.
BILD, 20.03.2009
"Blinde wollen auch die Chance haben, Filme zu sehen"
Deutscher Hörfilmpreis in Berlin verliehen
Mitte - "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen." Unter diesem Motto stand gestern Abend die Verleihung des 7. Deutschen Hörfilmpreises.
Vergeben wird die Skulptur "Die Lauschende" des blinden Künstlers Dario Malkowski (82) an Filme für Blinde und Sehbehinderte, in denen in Dialogpausen eine Bildbeschreibung eingesprochen wird.
Ausgezeichnet wurde "Novemberkind" mit Anna Maria Mühe (23) und der RBB-Tatort "Blinder Glaube" mit Dominic Raacke (50) und Boris Aljinovic (41).
Sieben Jahre lang war Schauspiel-Legende Mario Adorf (78) Schirmherr des Preises. Gestern trat Christine Neubauer (46) seine Nachfolge an: "Ich bin sehr gerührt."
Und Schauspielerin Eva Habermann (33) appellierte: "Blinde wollen auch die Chance haben, Filme zu sehen!"
Bunte.de, 20.03.2009
Christine Neubauer ganz in rot
Viel Prominenz und eine neue Schirmherrin zeigten sich bei der glanzvollen Verleihung des 7. Deutschen Hörfilmpreises in Berlin auf dem roten Teppich. Hingucker des Abends: Christine Neubauer ganz in rot.
BZ, 20.03.2009
Heinz Hoenig kriegt was auf die Ohren
Wie bitte - Hörfilmpreis? Es mag holprig klingen, was gestern im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden stattfand. Wie wertvoll und wichtig aber die Produktion von Hörfilmen für sehbehinderte Menschen ist, zeigte der Promi-Auflauf bei der Preisverleihung. Heinz Hoenig (57) und Hannelore Hoger (67) versetzten sich in die Zielgruppe hinein: Verschwommen-seh-Brille an, Ohren auf und genießen.
Welt Kompakt, 20.03.2009
Anna Maria Mühe bekommt Deutschen Hörfilmpreis
Auszeichnungen für "Novemberkind" und RBB-Tatort "Blinder Glaube"
Von Bärbel Jänichen
Um der Rekordzahl von elf Nominierungen gerecht zu werden, wurde der "7. Deutsche Hörfilmpreis 2009" erstmals in zwei Kategorien vergeben: für die beste TV-Hörfilmfassung und für die beste Hörfilmproduktion in der Kategorie "Spielfilm/Kino". Die Verleihung der Auszeichnungen fand gestern im Rahmen eines Gala-Abends mit 500 Gästen im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden statt. Als beste Hörfilmproduktion in der Kategorie "Spielfilm/Kino" gewann das deutsche Leinwand-Drama "Novemberkind" mit Hauptdarstellerin Anna Maria Mühe. Die Tochter des verstorbenen Ulrich Mühe überzeugte in ihrer Doppelrolle, verkörperte Mutter und Tochter.
Bei den TV-Produktionen setzte sich die Hörfilmfassung des RBB-Tatorts "Blinder Glaube" mit den Berliner Tatort-Kommissaren Dominic Raacke und Boris Iljinovic durch.
Durch den Abend führte TV-Moderatorin Frauke Ludowig; Sängerin Joy Denalane sorgte mit zwei live gesungenen Songs für musikalische Glanzlichter. Zur Jury des Deutschen Hörfilmpreises gehören unter andrem Filmproduzentin Regina Ziegler und Schaupspielerin Brigitte Grothum.
Unter den Gästen: die Schauspielerinnen Hannelore Hoger und Eva Habermann, RBB-Intendantin Dagmar Reim sowie Darsten Colmorgen, Direktor des Stern-Hotels Concorde. Dort wurden Christine neubauer, Frauke Ludowig und Heinz Hoenig mit Pralinen, Obst und Champagner verwöhnt.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verliehen. Bei Hörfilmen werden die Bildbeschreibungen in den Dialogpausen eingesprochen.
Bunte, 19.03.2009
Die Termine der nächsten Tage
DO, 19.03. | Große Gala: In Berlin wird der 7. Deutsche Hörfilmpreis verliehen. Mit Mario Adorf, Clemens Schick, Anna Maria Mühe. Infos: www.deutscher-hoerfilmpreis.de.
Cicero, 18.03.2009
Wer nicht sehen kann, muss hören
von Sophie Diesselhorst
Seit 2002 wird in Berlin alljährlich der Hörfilmpreis vergeben. Geehrt werden Filmbeschreibungen, die lebendige und bunte Bilder in den Köpfen blinder Menschen entstehen lassen. Zuständig für diese "Audiodeskriptionen" sind die Filmbeschreiber: moderne Geschichtenerzähler, Meister der Lakonie.
"Das Augenpaar eines Mannes. Er sieht nach links, nach rechts, geradeaus. Um sein rechtes Auge schließt sich ein Fadenkreuz. Das Fadenkreuz reißt auf. Die verschwommene Silhouette eines Mannes. Er hält sich die Hände schützend vors Gesicht. Rennende Beine auf nassem Asphalt. Weiße Linien formieren sich zu einem Fingerabdruck. Tatort."
Kurz und klar ist diese Schilderung des Tatort-Vorspanns, die wohl so mancher blinde Filmfan schon zichmal gehört hat. Blinder Filmfan? Ist das nicht ein Paradox? Nein, protestiert Dietrich Plückhahn, er habe viele blinde Bekannte, die gerne und ausgiebig fernsähen: "Natürlich vor allem Talkshows oder Interviewsendungen, bei denen es mehr um den Ton als ums Bild geht. Spielfilme oder Fernsehkrimis wie der Tatort, in denen ein Schnitt den nächsten jagt, wären für einen Blinden nahezu unmöglich zu verstehen." Wären - wenn es nicht den Beruf Filmbeschreiber gäbe.
Dietrich Plückhahn ist im Hauptberuf Jurist. Wenn er sagt, dass blind sein und Filme mögen zwei Dinge sind, die sich nicht ausschließen, dann spricht er aus eigener Erfahrung. Seit seinem 23. Lebensjahr ist er blind, und er ist ein großer Filmfan: "Bevor ich erblindet bin, habe ich mir schon ein relativ großes Filmrepertoire angeeignet, wovon ich heute noch zehre. Aber auch die Tatsache, dass ich nicht mehr sehen konnte, hat meine Filmleidenschaft nicht gemindert." Und weil Plückhahn außerdem noch gut mit Sprache umgehen kann und einen Sinn für Rhythmus hat, wurde er im Nebenberuf Filmbeschreiber.
1998 gründete der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband die "Hörfilm GmbH", die bis heute das Monopol in Sachen Audiodeskription innehat. Die Filmbeschreiber arbeiten hier in Zweier-Teams: einer sieht, und einer ist blind. Der Sehende schaut sich den Film an und schreibt ein Manuskript. Der Blinde lässt sich das Manuskript vorlesen und macht Änderungsvorschläge. "Selbst erfahrene sehende Filmbeschreiber können sich nie ganz in die Wahrnehmungswelt eines Blinden hinein versetzen", erzählt Dietrich Plückhahn, der seit nunmehr zehn Jahren für die Hörfilm GmbH Filme beschreibt. Das überarbeitete Manuskript wird anschließend von einem professionellen Sprecher eingelesen, und ganz am Schluss wird der Filmton neu abgemischt, damit die Audiodeskription gut zu hören ist, den übrigen Ton aber nicht erschlägt.
Was muss man beachten, damit die Filmbeschreibung gut wird? "Am wichtigsten ist es, die Balance auf dem schmalen Grat zwischen notwendigen und überflüssigen Informationen zu halten", erklärt Plückhahn. Anfänger neigten erfahrungsgemäß eher zum Zuviel, um den blinden Zuhörern ja kein atmosphärisches Detail vorzuenthalten. "Doch gerade dadurch geht die Atmosphäre schnell kaputt: man muss ja auch noch Zeit haben, die Bilder, die beschrieben werden, in seinem Kopf auferstehen zu lassen." Also gilt es, die Information zu komprimieren und klar zu formulieren, "und, ganz wichtig: Pausen zuzulassen."
Der erste Film, an dessen Audiodeskription Dietrich Plückhahn mitgearbeitet hat, war Wim Wenders` "Buena Vista Social Club". Ein Musikfilm, der den Filmbeschreiber vor besondere Anforderungen stellte: "Man muss der Musik an den richtigen Stellen Raum lassen." Dietrich Plückhahn fiel das nicht so schwer - in seinem dritten Beruf ist er Cabaret-Sänger. Musikalisch sollte jeder Filmbeschreiber sein, meint er, denn: "Ganz wichtig ist ja auch der Sinn für Sprachtempo und Sprachmelodie."
"Über einer tiefen Gletscherspalte liegt eine Aluminiumleiter. Ein Mann Mitte Dreißig tastet sich Sprosse für Sprosse darüber, er trägt Kletterschuhe mit Spikes. Im vergletscherten Hochgebirge. Der Mann, Erik Weihenmeyer, hält sich an zwei Seilen, die von einem zweiten Bergsteiger gesichert werden. Unendlich langsam bewegt sich Erik vorwärts. Die Leiter biegt sich in der Mitte bedrohlich durch. Eisstücke lösen sich und stürzen in die Gletscherspalte."
So fängt die Audiodeskription des Dokumentarfilms "Blindsight" an, die neben zehn Mitbewerbern für den diesjährigen Hörfilmpreis nominiert ist. Seit 2002 wird der Hörfilmpreis jährlich vergeben, Dietrich Plückhahn gehört seit 2003 der Jury an - als einziger Filmbeschreiber. "Wir beurteilen vor allem, wie gut die Audiodeskription dem Film gerecht wird", sagt Dietrich Plückhahn: "Das merkt man meistens an den Stellen, die sich besonders schwierig beschreiben lassen, wie zum Beispiel Traumsequenzen, Rückblenden, oder sportliche Vorgänge."
Mit dem Preis will der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband auf die Wichtigkeit von Hörfilmen aufmerksam machen - und auf die Tatsache, dass immer noch viel zu wenige Filme mit Audiodeskriptionen versehen werden. Erfreulich sei es immerhin, merkt Dietrich Plückhahn an, "dass immer mehr Verleihe ihre handelsüblichen DVDs auch mit Audiodeskription anbieten." Aber es müsse noch eine Menge passieren. "Oft sehen die Produktionsfirmen - ob das nun Fernsehsender oder Filmproduktionen sind - noch nicht ein, warum sie zusätzliches Geld in eine Audiodeskription investieren sollten." Die Kosten für eine Audiodeskription belaufen sich im Durchschnitt auf lediglich 5000 Euro. Im Vergleich zu den Gesamt-Produktionskosten eines Films ist das eine lächerliche Summe. Dietrich Plückhahn hofft, dass die Produzenten irgendwann auf den Trichter kommen: "Idealerweise sollte jeder Film eine Audiodeskription haben."
Berliner Morgenpost, 18.03.2009
Frauke Ludowig moderiert Deutschen Hörfilmpreis
Sandkastenfreundin der TV-Journalistin wurde Mutter und verlor 80 Prozent ihrer Sehkraft
Zusammen mit ihren Töchtern Nele (5) und Nika (3) hat Frauke Ludowig es ausprobiert. Hände fest auf die Ohren - so ist es, wenn man nichts hört. Augen zu. So kann es Menschen ergehen, die nichts sehen.
Morgen Abend moderiert Frauke Ludowig im Atrium der Deutsche Bank AG Unter den Linden die Verleihung des 7. Deutschen Hörfilmpreises. Zu den nominierten Filmen gehören in der Kategorie "Spielfilm/Kino" unter anderem "Die Welle" mit Jürgen Vogel und "Kirschblüten - Hanami" von Doris Dörrie. In der Kategorie "TV-Produktionen" sind unter anderem der Berliner "Tatort"-Krimi "Blinder Glaube" mit Dominic Raacke und Boris Aljinovic sowie "Die Katze" mit Hannelore Hoge und Götz George nominiert.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen. Als Gäste werden unter andren die Schauspieler Heinz Hoenig, Anna Maria Mühe und Kostja Ullmann, Unternehmerin Regine Sixt sowie Filmproduzentin Regina Ziegler erwartet. Klaus Wowereit wird im Rahmen der Galaveranstaltung die Schirmherrschaft von Schauspieler Mario Adorf an eine andere Persönlichkeit übergeben.
Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme als Ganzes wahrzunehmen und zu genießen. Diese Filme sind mit einer zusätzlichen Audiodeskription versehen, die in knappen Worten entrale Elemente der Handlung, Gestik, Mimik und des Dekors beschreibt. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen.
Frauke Ludowig lebt mit ihrem Mann Kai Foeffes (Cheff der Werbeagentur TBWA Düsseldorf) und ihren Töchtern in Köln. Ihre Eltern betreiben eine Fleischerei.
Im Zusammenhang mit der Verleihung erzählte Frauke Ludowig gestern die Geschichte einer Sandkastenfreundin. "Wir haben bis heute einen sehr netten, guten Kontakt. Sie arbeitet bei meinen Eltern. Mit Anfang 20 wurde sie Mutter. Nach der Geburt hat sie 80 Prozent ihrer Sehkraft verloren. Es war aber nie so, dass sie das Bedürfnis hatte, daraus groß ein Thema zu machen. Es ist so gekommen in ihrem Leben, und sie kann damit umgehen."
Anja Popovic
Welt Kompakt, 18.03.2009
Ohren auf und genießen
Jürgen Vogel und Götz George kämpfen um Hörfilmpreis - Frauke Ludowig moderiert
Zusammen mit ihren Töchtern Nele (5) und Nika (3) hat Frauke Ludowig es ausprobiert. Hände fest auf die Ohren - so ist es, wenn man nichts hört. Augen zu. So kann es Menschen ergehen, die nichts sehen.
Morgen Abend moderiert Frauke Ludowig im Atrium der Deutsche Bank AG Unter den Linden die Verleihung des 7. Deutschen Hörfilmpreises. Zu den nominierten Filmen gehören in der Kategorie "Spielfilm/Kino" unter anderem "Die Welle" mit Jürgen Vogel und "Kirschblüten - Hanami" von Doris Dörrie. In der Kategorie "TV-Produktionen" sind unter anderem der Berliner "Tatort"-Krimi "Blinder Glaube" mit Dominic Raacke und Boris Aljinovic sowie "Die Katze" mit Hannelore Hoge und Götz George nominiert.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen.
Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme als Ganzes wahrzunehmen und zu genießen. Diese Filme sind mit einer zusätzlichen Audiodeskription versehen, die in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung, Gestik, Mimik und des Dekors beschreibt. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen.
Kontakter, 16.03.2009
Berlin, Atrium der Deutschen Bank, Unter den Linden: 7. Deutscher Hörfilmpreis
Mit dem Preis werden die besten Hörfilmproduktionen in den Bereichen TV und Kino sowie Institutionen und Personen ausgezeichnet, die sich um den Hörfilm verdient gemacht haben. Initiator der Gala ist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband.
In, 05.03.2009
Kurzinterview mit Frauke Ludowig
Meine Familie würde ich blind erkennen
Am 19. März wird zum siebten Mal der Deutsche Hörfilmpreis in Berlin verliehen. Mit diesem Filmpreis zeichnet der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. jährlich die besten Hörfilme aus. Moderiert wird die Galaveranstaltung in diesem Jahr von Frauke Ludowig (45). In sprach mit der Moderatorin über ihre Erfahrungen mit Blindheit, wen sie auch ohne zu sehen sofort erkennen würde und was ihr im Leben sehr wichtig ist.
In: Sie haben schon viele Preisverleihungen moderiert. Was ist für Sie das besondere am Hörfilmpreis?
Frauke Ludowig: Man versetzt sich ja nicht häufig in die Lage, wie es ist, nicht sehen zu können. Beim Hörfilmpreis wird ein großer Teil der Gäste nicht sehen können - und ich habe mir sagen lassen, dass die Menschen, die sehen können, an diesem Abend ihre Augen verbunden bekommen. Das ist natürlich eine ganz aufregende Vorstellung - man wird in ganz neue Gefühlswelten geführt.
In: Haben Sie einen persönlichen Bezug zum Thema Blindheit?
Frauke Ludowig: Meine Sankastenfreundin ist nach der Geburt ihres Kindes fast erblindet. Ihre Sehkraft ist seitdem auf beiden Augen sehr gering. Daher weiß ich auch, wie schwer so was sein kann. Diese Behinderung ist für uns Menschen, die wir jeden Tag sehen, kaum vorstellbar.
In: Angenommen, Sie würden erblinden, was würden Sie am meisten bedauern, nicht zu sehen?
Frauke Ludowig: Das ist eine ganz schreckliche Vorstellung. Das schlimmste für mich wäre mit Sicherheit, meine Kinder nicht mehr aufwachsen sehen zu können.
In: Welche Menschen müssen Sie nicht sehen und wissen doch, dass sie in Ihrer Nähe sind?
Frauke Ludowig: Definitiv meine Familie - eine Kinder, meinen Mann, meine Eltern. Das sind Menschen, die mir so nahe sind, dass ich sie sofort blind erkennen würde.
In: Bei welchen TV-Sendungen höre Sie nur zu, ohne hinzugucken?
Frauke Ludowig: Da bietet sich ja einiges an. Beim Bügeln kann man natürlich ganz herrlich Videoclips laufen lassen. Und gut gemachte Nachrichten kann man auch sehr gut ohne die dazugehörigen Bilder verfolgen.
In: Und was ist Ihnen wichtiger - dass man Sie hört oder dass man Sie sieht?
Frauke Ludowig: Beim Hörfilmpreis ist es definitiv wichtiger, dass man mich hört. Und ich werde alles dafür tun, dass man diesen Abend auch ohne Blicke genießen kann.
T. Timmermanns
Revue, 27.03.2008
Alles wird gut, wenn ...
Nina Ruge kämpft für viel mehr neue Hörfilme. Damit auch Sehbehinderte und Blinde das große Kino erleben und genießen können.
"Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen." Wie bitte? Es gibt Menschen, die Filme lieben, obwohl sie sie gar nicht gesehen haben? Richtig. Sie haben die Filme gehört. Weil sie blind sind oder stark sehbehindert.
Probieren Sie das mal, liebe Leserinnen und Leser. Machen Sie die Augen zu - besser noch: Verbinden Sie sich die Augen, damit Sie nicht in die Versuchung kommen, doch ein bisschen zu blinzeln. "Schauen" Sie sich dann einen Filmklassiker an, den Sie schon kennen, "Pretty Woman" zum Beispiel. Obwohl Sie die Handlung grob abgespeichert haben, werden Sie sehr bald die Orientierung verlieren. Wer hat da eben gesprochen? Was hat Julia Roberts gerade getan, das Richard Gere so merkwürdig reagieren lässt? Versuchen Sie das nicht mit einem Film, den Sie noch nicht gesehen haben. Sie brechen das Experiment schnell ab. Der Frust ist zu groß.
"Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen." Blinde haben ein unglaubliches Gespür dafür entwickelt, aus dem Muster von Geräuschen, Stimmen und Untertönen in der Fantasie Bilder und Geschichten zusammenzusetzen. Doch natürlich reicht diese schlafwandlerische Fähigkeit, aus Hör-Räumen Bildwelten zu machen, nicht aus, um einen Film wie "Das Parfum" zu verstehen. Filme, über die man gerade spricht - wie "No Country For Old Men" oder "Michael Clayton" - mit großartigen Schauspielern wie Josh Brolin oder George Clooney ... Filme, die die Oscar-Nacht bestimmten: Und sie alle sollen keine Filme für Blinde sein? Die Oscar-Welt - verschlossen für Menschen ohne Augenlicht?
Allein in Deutschland sprechen wir von rund 650.000 Menschen. 145.000 sind blind - und rund eine halbe Million haben eine Sehbehinderung. Auch Fernseh-Highlights wie "Die Gustloff", "Die Flucht", oder "Dresden" - fast jeder spricht drüber - doch 650.000 Menschen müssen draußen bleiben, können nur ahnen, worum es dabei geht?
Natürlich nicht. "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen", aber hören! Die Lösung heißt "HÖRFILM" - und Hörfilme braucht viele Freunde, damit sie wie Pilze aus dem Boden schießen. Ob auf DVD - oder im Fernsehen: Ein Kanal ist für die "Audiodeskription" reserviert. Will heißen: Profi-Sprecher ergänzen in den Filmphasen, in denen nicht gesprochen wird, das fehlende Bild, in dem sie es kurz und plastisch beschreiben. Bei jeder Hörfilmproduktion arbeiten blinde Menschen mit, um zu testen, ob die Filmbeschreibung wirklich funktioniert, ob die Bilder im Kopf tatsächlich laufen lernen.
Für Menschen mit Sehbehinderung sind solche Hörfilme ganz großes Kino - doch die sind nach wie vor Mangelware. Erstens bieten nur die öffentlich-rechtlichen Sender Hörfilmfassungen großer Fernsehfilme an. Bislang hatte es viele normalsichtige Zuschauer genervt, dass damit der Stereo-Ton zu Mono wird. Weil ja auf einem Kanal die Bildbeschreibung läuft. Doch das Fernsehen wird sehr bald digital. Wir haben so viele Kanäle zur Verfügung, dass die Audiodeskription ganz gemütlich dazwischenpasst. Das bedeutet: Auch große TV-Events, wie letztens "Die Gustloff", können blinde Menschen gleich bei der Premiere erleben. ARD und ZDF bieten zum Glück immer mehr Fernsehspiele als Hörfilme an.
Das kostet natürlich: für eine Hörfilmfassung leicht 5.000 Euro. Deshalb gibts bisher auch so wenige Filme für BLinde auf DVD. Manche Filmproduzenten allerdings haben ihre Verantwortung erkannt. Constantin Film zum Beispiel wurde vor Kurzem mit dem Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet, weil dort etliche der neuen Filme gleich mit Filmbeschreibung erscheinen.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehinderten-Verband hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens zehn Filmklassiker pro Jahr als Hörfilme zu produzieren. Zehn? Pro Jahr? Vielleicht kennen Sie jemanden, werte Leserinnen und Leser, der gern 5.000 Euro investiert und damit Hörfilm-Pate wird. www.hoerfilm-patenschaften.de! Damit noch viel, viel mehr blinde Menschen schwärmen können: "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen."
(Nina Ruge hat am 11. März die Gala zur Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises in Berlin moderiert.)
Revue, 20.03.2008
Mit dem Herzen sieht man mehr ...
Deutscher Hörfilmpreis: Deutsche Stars setzten sich für Sehgeschädigte und Blinde ein. Ein Abend der Gefühle.
Was: 6. Deutscher Hörfilmpreis
Wo: Atrium der Deutschen Bank AG, Berlin
Geflüster: Wer Maike von Bremen zur Veranstaltung begleitet
Ein Preis für Hörfilme? Was soll denn bitte ein Hörfilm sein? Antwort: Hörfilme sind Filme, bei denen für Sehgeschädigte ein Sprecher erklärt, was gerade passiert. Viele berühmte Filme gibt es schon als Hörfilm. Zum Beispiel "Casablanca". Oder "Die Vögel". In Berlin wurde jetzt unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf, 77, der "6. Deutsche Hörfilmpreis" vergeben. Gewonnen hat die Tragikomödie "Das wahre Leben" mit Urlich Noethen, 48, Katja Riemann, 44, und Hannah Herzsprung, 26. Die drei waren da und führten lange Gespräche mit den sehbehinderten Gästen. Jetzt könnten Neidhammel sagen: Die tun doch nur so interessiert, um gut rüberzukommen. Von wegen! Ich hörte hier zu und da zu - und war vom Engagement der Stars wirklich beeindruckt. Bei der Verleihung lag übrigens auf jedem Stuhl eine Brille, die einem beim Durchgucken ungefähr das Gefühl gibt, zu 90 Prozent blind zu sein. Erschreckend, unheimlich, beängstigend - so hat sich das Experiment für die angefühlt, die "normal" sehen. Bei Schauspielerin Katja Riemann war das ein bisschen anders: "Ich habe sechs Dioptrien und festgestellt, dass das so ähnlich ist, wie ich eigentlich sehe." Übrigens auch Hannah Herzsprung, die supersüß in ihrem Strenesse-Kleid aussah, ist ohne Linsen aufgeschmissen. "Ich habe fast minus fünf Dioptrien", verriet sie.
Nighttalk: Erst sah es so aus, als sei Schauspielerin Maike von Bremen, 27, mit ihrer Kollegin Ulrike Frank, 39, zur Party gekommen. Die Fotografen stürzten sich auf die beiden. In Wirklichkeit hatte sie eine andere Begleitung: ihre Mutter Urte, 61. "Das ist das erste Mal, dass sie zu einer Preisverleihung mitkam. Auf die Fotos wollte sie nicht", verriet Maike von Bremen. Bevor die beiden loszogen, hatte Profi Maike ihrer Mama beim Stylen geholfen. "Ich erlebe sie hier zum ersten Mal in ihrer großen Arbeitswelt. Ich finde es schön, etwas von meiner Tochter zu lernen", sagte sie stolz. Trotzdem: "Für mich ist das hier eine Ausnahme." Schade!
Frau im Spiegel, 19.03.2008
Deutscher Hörfilmpreis
Hier gab's was auf die Ohren
Berlin - Was anfangs im Verborgenen blühte, gewinnt immer mehr Glanz: Im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden wurd schon zum sechsten Mal der Hörfilmpreis vergeben - und kann sich vom Glamourfaktor her inzwischen mit vielen anderen Awards messen. Jung-Star Hannah Herzsprung wurde schon zum zweiten Mal für ihre Rolle in dem Psychodrama "Das wahre Leben" ausgezeichnet, sie hatte dafür bereits den Deutschen Filmpreis 2007 bekommen. Ausgesprochen gut aufgelegt präsentierte sich auch Gewinnerin Katja Riemann. Mario Adorf ist seit Beginn der Initiative für mehr und bessere Hörfilm-Produktionen ihr Schirmherr. Musicalstar Anna Maria Kaufmann sorgte für musikalische Highlights.
Party-Check
Klatsch: Viel mehr Freude haben Blinde und Sehbehinderte an Film und Fernsehen, seit immer mehr Produktionen an sie denken
Stil: Kleider sind der Hit - in allen Variationen, vom Cocktail-Modell bis zum klassischen Mantelkleid in ausgefallenem Stoff
Liebe: Mario Adorf wurde als Schirmherr von vielen hübschen Kolleginnen beglückwünscht
Gala, 19.03.2008
Ohren auf und genießen
Berlin - 6. Deutscher Hörfilmpreis
"Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen!" Mit diesem Motto fand die Verleihung des innovativen Preises unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf und Moderatorin Nina Ruge im Atrium der Deutschen Bank in Berlin statt. Dass wieder mehr als 300 prominente Gäste aus Showbusiness, Wirtschaft und Politik dem Fest beiwohnten, belegt, wie wertvoll und wichtig die Produktion von Hörfilmen ist. 150.000 blinden und 500.000 stark sehbehinderten Menschen in Deutschland ermöglicht der Hörfilm den sonst stark eingeschränkten Zugang zu Kultur und Unterhaltung. Das wird nicht nur der Gewinnerfilm "Das wahre Leben" einmal mehr zeigen.
Flirtchancen: 0 Sterne von 3
Das ernste Thema regte eher zum Nachdenken und zu lebhaften Diskussionen an. Wirkliche Flirtbemühungen blieben da aus.
Catering: 3 Sterne von 3
Ein fruchtiger Geschacksfilm: Hähnchen mit Ananas, Banane im Speckmantel, Hackbällchen mit Apfelstückchen, Mangomousse.
Oops...!!!
Nina Ruge kündigte Anna Maria Kaufmann wenig charmant an: "Um sie zu hören, braucht man sie nicht zu sehen."
Interview der Woche
Mario Adorf ist stolzer Schirmherr des Hörfilmpreises
Der Schauspieler überreicht seit der ersten Verleihung 2002 den Preis persönlich. GALA sprach mit dem 77-Jährigen über sein Engagement und über das Handicap der Blinden.
Was bedeutet Ihnen diese Schirmherrschaft?
Für mich ist das ja keine große Belastung. Mir ist einfach wichtig, dass es mit der Produktion von Hörfilmen vorangeht. Das ist der Sinn dieses Preises, und das finde ich schön.
Sehbehinderte Menschen bekommen beim Hörfilm eine zusätzliche Beschreibung vom Aussehen der Schauspieler. Wie würden Sie sich einem Blinden beschreiben?
Ich glaube, ich würde mich einfach ertasten lassen. Ich würde ihm sagen: Nimm deine Hände und finde es heraus!
Was würden Sie als Blinder vermissen?
Wenn man bereits weiß, wie die Welt ausgesehen hat, ist es vielleicht nicht ganz so schlimm. Aber für mich ist das einfach unvorstellbar.
Gibt es denn etwas, das Sie sich unbedingt noch anschauen möchten?
Grundsätzlich sind für mich Menschen interessanter als Orte. Von der Welt habe ich viel gesehen. Voriges Jahr war ich in Indien, jetzt liegt eine Norwegenfahrt vor mir, und irgendwann, wenn mich die Neugier packt, will ich vielleicht noch mal nach Australien reisen.
Bunte, 19.03.2008
Wort-Bilder
Beim Hörfilmpreis engagieren sich Stars für sehbehinderte Filmfans
Auf dem besten Weg zum internationalen Star ist Hannah Herzsprung. Seit ihrem eindruckvollen Part in "Vier Minuten" ist sie ganz oben. In Bernd Eichingers mit Spannung erwartetem Film "Der Baader Meinhof Komplex" spielt sie mit und steht derzeit mit Hollywood-Star Kate Winslet, die für die schwangere Nicole Kidman einsprang, in Bernhard Schlinks Bestseller-Verfilmung "Der Vorleser" vor der Kamera. Mit Kollegin und Freundin Katja Riemann kam Hannah zum Deutschen Hörfilmpreis ins Atrium der Deutschen Bank und freute sich sichtlich, dass Schirmherr Mario Adorf den Regisseur Alain Gsponer für den Film "Das wahre Leben" auszeichnete.
Nine Ruge führte durch den Abend, Sopranistin Anna Maria Kaufmann sorgte für musikalischen Genuss. Und für alle, die Hörfilme noch nicht kannten, erklärte Grandseigneur Adorf, dass Hörfilme durch gesprochene Zusatzkommentare Filme für Blinde sehbar machen: "Sie sind so wichtig, weil sie blinde Menschen an dem großen Gemeinschaftserlebnis Film teilhaben lassen." Der Hörfilmpreis, in dessen Jury Kenner wie Produzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum sitzen, wird immer beliebter - 400 Gäste unterhielten sich noch bis tief in die Nacht.
in, 19.03.2008
Das Ohr sieht mit ...
Die Verleihung des 6. Deutschen Hörfilmpreises in Belrin - ein Abend, der die Aufbereitung (per akustischer Untertitel) von Filmen für Sehbehinderte in den Mittelpunkt rückt. Motto: Das Ohr sieht mit ... Bei "Das wahre Leben" (u.a. mit Hannah Herzsprung) hat das nach Ansicht der Jury am besten funktioniert. Schirmherr Mario Adorf überreichte den Preis - und nutzte den Abend für ein kleines Geständnis: Sein Gehör mache ihm zu schaffen. Kollegin Katja Riemann offenbarte später dann, dass sie eine starke Sehschwäche hat (6 Dioptrien). Hannah Herzsprung dagegen sprach über ihre Haar-Extensions - die sie endlich entfernt bekommt. Die Ausnahme-Aktrice hatte sich für "Das wahre Leben" kahlscheren lassen müssen.
Bild am Sonntag, 16.03.2008
Katja: Jetzt ein Film für Blinde
Verleihung des 6. Deutschen Hörfilmpreises in Berlin
Wann gibt es endlich den garantiert PR-freien Film für Katja Riemann? In Ihrem Film "Das wahre Leben" spielt sie eine genervte Mutter. Im wirklich wahren Leben ist sie eine genervte Schauspielerin, die mit der Presse nichts zu tun haben will. Kaum war sie zur Verleihung mit Kollegin Hannah Herzsprung erschienen, war das Pärchen auch schon von zig Fotografen umringt: "Wie Sie sehen, habe ich immer einen Tross von Bodyguards um mich herum", sagt die schöne Katja zu Gastgeberin Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. "Sie begleiten mich überall hin - auch bis zum Klo." Nach der Preisverleihung offenbahrte Frau Riemann ein neues Anliegen, meinte: "Ich würde gerne einen Film für Blinde drehen, den sie verstehen. Das wäre eine ganz neue Welt." Mit der muss sich jetzt ihre Kollegin Gesine Cukrowski befassen. Nachdenklich erzählt sie: "Mein Schwiegervater erblindet gerade. Es ist schlimm, dass er bald nicht mehr sehen kann, wie seine Enkelkinder heranwachsen." Das wirklich wahre Leben von seiner tragischen Seite.
Die Welt / Berliner Morgenpost, 13.03.2008
Milchglasbrillen für alle
Ungewöhnlich menschlich ging's beim Hörfilmpreis zu. Schirmherr Mario Adorf schwärmt von Berlin.
Es waren selten erlebte Szenen am Mittwochabend in der Medienstadt Berlin: Das "Who is Who" der deutschen Prominentenszene schritt über einen roten Teppich in das Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Darunter die Schauspielerinnen Katja Riemann, Hannah Herzsprung und Gesine Cukrowski, die Darsteller Mario Adorf und Kai Wiesinger, Sopranistin Anna Maria Kaufmann, Ex-Moderatorin Nina Ruge und Filmproduzenten-Legende Artur Brauner.
Aber die meisten Stars hielten sich mit dem üblichen Posieren vor Kameraobjektiven zurück, verzichteten nahezu auf Selbstinszenierung und Small Talk. Auf das klassische "Sehen und gesehen werden" kam es - im wahrsten Sinne des Wortes - bei dieser Veranstaltung eben überhaupt nicht an. Ganz im Gegenteil: Unter dem Motto "Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen" und der Schirmherrschaft von Filmlegende Mario Adorf wurde am Mittwoch zum sechsten Mal der Deutsche Hörfilmpreis vergeben. Gewürdigt wurden Filmproduktionen, deren Plot Menschen mit eingeschränkter oder ohne Sehkraft durch zusätzliche Beschreibungen erschließbar gemacht wurden.
Die drei Kilo schwere Siegertrophäe nahmen für die Produktion "Das wahre Leben" Regisseur Alain Gsponer und die Hauptdarsteller Hannah Herzsprung, Ulrich Noethen und Katja Riemann entgegen.
Allen voran demonstrierte Riemann außerdem, dass Liebe zur Filmbranche tatsächlich nicht nur durch die Augen, sondern auch über andere Sinne erfahren werden kann und verteilte Küsse an viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, darunter Hannah Herzsprung und Kai Wiesinger.
Im Rahmen des Programms, durch das Moderatorin Nina Ruge ("Alles wird gut!") führte, sollte es dann aber jeder der rund 400 geladenen Gäste versuchen, Filmszenen verstärkt über das Gehörte zu erschließen. Bei der Vorführung der Hörfilmfassung von "Tuyas Ehe" scheute sich auch die Prominenz nicht, probeweise milchige Brillen aufzusetzen, welche die Sehkraft um 10 Prozent reduzierten. Zu erblinden, das sei eines der schrecklichsten Schicksale, äußerte Mario Adorf seinen Respekt gegenüber den blinden und sehbehinderten Gästen. Anlässlich der Verleihung wieder in Berlin zu sein, sei ihm eine "große Freude", verriet der 77-jährige Münchener dieser Zeitung. "Berlin ist für mich seit Jahrzehnten wichtiger Ort meiner Arbeit. Hier habe ich viele unvergessliche Premieren erlebt. Wäre ich jünger und hätte noch einmal die Wahl, würde ich wie meine Tochter in Berlin leben." Stella Maria arbeitet, wie ihr Vater, in der Schauspielbranche.
Sonja Vukovic
Berliner Zeitung, 12.03.2008
Hörenswerte Filme
Schauspieler Mario Adorf überreicht den Deutschen Hörfilmpreis 2008
Von Andreas Kurtz
Auf den ersten Blick wirkt der Begriff Hörfilm einigermaßen paradox. Wer sich auf das Thema einlässt, der erfährt dann allerdings, dass dahinter eine zusätzliche Tonspur mit Beschreibungen steckt, die Blinden und Sehbehinderten jene Teile der Filmhandlung erschließt, die nur zu sehen sind. Und weil sich immer noch viel zu viele Produzenten die 5.000 Euro sparen, die diese Erschließung eines Films für die rund 145.000 Blinden und 500.000 Sehbehinderten in Deutschland kostet, hat der Deutsche Hörfilmpreis seine Berechtigung.
Der wurde am gestrigen Abend im Atrium der Deutschen Bank in der Charlottenstraße nun schon zum sechsten Mal durch den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen. Dabei gewann mit "Das wahre Leben" eine vergleichsweise kleine Fernsehproduktion gegen aufwändige Kino- und TV-Werke wie "Das Parfüm" und "Die Frau vom Checkpoint Charlie".
Den Preis holten sich die Hauptdarsteller Katja Riemann, Hannah Herzsprung und Ulrich Noethen ab. Noethen hatte schon vor diesem Film seine erste Erfahrung mit einem Hörfilm gemacht: "Ich habe die Erklärungen bei einem Bibi-Blocksberg gesprochen." Während der Arbeit im Tonstudio war die ganze Zeit ein Blinder anwesend, der immer wieder Hinweise gab, wenn der Kommentar oder seine Betonung geändert werden musste, um eine Szene verständlicher zu machen.
Mario Adorf, von Anfang an beim Hörfilmpreis als Schirmherr dabei, durfte sich einen Film aussuchen, für den er die erklärende Tonspur sprach. "Ich habe mich für den 'Faust' mit Gustaf Gründgens entschieden." Die Jury, zu der Filmproduzentin Regina Ziegler und rbb-Fernsehdirektor Gabriel Heim gehörten, lobte in diesem Jahr zwei Sonderpreise aus, die durch die Schauspieler Kai Wiesinger und Brigitte Grothum überreicht wurden.
Die Constantin Film AG bekam einen für ihr langjähriges Engagement für den Hörfilm zuerkannt. Das Berufsförderungswerk Düren erhielt einen weiteren Sonderpreis für die Hörfilmfassung des Stummfilms "Vom Reiche der sechs Punkte" aus dem Jahr 1927.
Moderiert wurde die Preisverleihung vor 400 geladenen Gästen in diesem Jahr von Nina Ruge ("Alles wird gut!"). Unter den Zuhörern waren Schauspieler wie Adrian Topol ("Franz + Polina"), Maike von Bremen ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten") und Wolfgang Winkler ("Polizeiruf 110"). Die kanadische Sopranistin Anna Maria Kaufmann umrahmte den Abend mit ihrem Gesang. Katja Riemann erfreut den Filmproduzenten Artur Brauner mit einer Begrüßung, die den 89-Jährigen in Verzückung versetzt: "Sie werden aber gar nicht älter!"
Als Trophäe des Deutschen Hörfilmpreises wird das rund drei Kilogramm schwere Bronzerelief "Die Lauschende" des 1926 geborenen, im Alter von 18 Jahren erblindeten Künstlers Dario Malkowski überreicht. Seine Werke stehen unter anderem auch in Blindenbüchereien in Leipzig und Washington.
Um immer mehr Hörfilmfassungen von Filmen zu ermöglichen, vermittelt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband auch Hörfilmpatenschaften. Auf der Internetseite deutscher-hoerfilmpreis.de finden sich Vorschläge für Filme, deren Audiodeskription man als Pate ganz oder teilweise finanzieren kann. Derzeit werden gerade Spender für "Shine a Light" von Martin Scorcese gesucht.
B.Z., 12.03.2008
Hörfilmpreis für "Das wahre Leben"
Der 6. Deutsche Hörfilmpreis geht das Drama "Das wahre Leben" mit Katja Riemann (Foto mit Schirmherr Mario Adorf), Hannah Herzsprung und Ulrich Noethen. Die Auszeichnung würdigt Produktionen, die es sehbehinderten Menschen ermöglichen, Filme wahrzunehmen. Der Preis wurde gestern Abend im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden überreicht.
Berliner Morgenpost, 12.03.2008
6. Deutscher Hörfilmpreis für "Das wahre Leben"
Große Freude bei Alain Gsponer, dem Regisseur der Hörfilmproduktion "Das wahre Leben", und seinen Hauptdarstellern Hanna Herzsprung, Katja Riemann und Ulrich Noethen: Das Familiendrama wurde gestern Abend mit dem "6. Deutschen Hörfilmpreis" ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis von Mario Adorf, zugleich Schirmherr der Veranstaltung, im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Sonderpreise gab es für das besondere Engagement der Constantin Film AG im Bereich Hörfilm; das Berufsförderungswerk Düren gGmbH in Nordrhein-Westfalen wurde für die Hörfilmfassung des Stummfilms "Vom Reihe der sechs Punke" ausgezeichnet. Jän
Der Tagesspiegel, 12.03.2008
Hörfilmpreis für "Das wahre Leben" mit Katja Riemann
Der 6. Deutsche Hörfilmpreis wurde am Dienstagabend in Berlin an die Hörfilmproduktion "Das wahre Leben" von Regisseur Alain Gsponer verliehen, in der neben Katja Riemann auch Hannah Herzsprung und Ulrich Noethen mitspielen. Für ihr Engagement im Bereich Hörfilm wurde die Constantin Film AG ausgezeichnet, ein weiterer Sonderpreis ging an das Berufsförderungswerk Düren für die Hörfilmfassung des Stummfilms "Vom Reiche der sechs Punkte" von 1927.
RBB Online - zibb, 11.03.2008
zibb unterwegs - Deutscher Hörfilmpreis
"Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen", so das Motto des Deutschen Hörfilmpreises, der in Berlin zum 6. Mal verliehen wird.
Seite 2002 verleiht der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband den Deutschen Hörfilmpreis. Mit dieser Auszeichnung werden besonders gelungene Hörfilmproduktionen, aber auch Persönlichkeiten und Institutionen für ihr Engagement im Bereich Hörfilm gewürdigt werden.
In Hörfilmen werden Bildinformationen, wie zum Beispiel die Gestik oder Mimik eines Schauspielers eingesprochen, so dass auch für Blinde und Sehbehinderte alle Informationen wahrnehmbar werden. Nominiert für die Auszeichnung sind in diesem Jahr 8 Hörfilmbeiträge, darunter "Die Frau vom Checkpoint Charlie" und "Das Parfum".
Reporterin: Catarina Zanner
Gala, 06.03.2008
Society Vorschau
Partyhöhepunkte 6.-12.03.
BOCHUM Die Steiger-Awards-Gala am 8.3. in der Jahrhunderthalle besuchen Hape Kerkeling, Claudia Cardinale und Peter Maffay. BERLIN Zum Deutschen Hörfilmpreis kommen Mario Adorf, Hannah Herzsprung und Muriel Baumeister am 11.3. ins Atrium der Deutschen Bank. BERLIN Zum Thomas-Sabo-Event am 12.3. werder Sophie Ellis-Bextor und Peaches Geldof erwartet.
Bunte, 28.02.2008
Wichtig im März
+++ So. 2 | Kunst "Luc Tuymans - Wenn der Frühling kommt" im Haus der Kunst, München, bis 12.5.
+++ Do. 6 | Eurovision Song Contest Der deutsche Vorentscheid in Hamburg. Tipp: Hörproben aller fünf Anwärter gibt's auf www.bunte.de
+++ Sa. 8 | Weltfrauentag Blumen für Schnuckiputz kaufen!
+++ Di. 11 | 6. Deutscher Hörfilmpreis In Berlin werden Filmproduktionen für Blinde ausgezeichnet. Moderation: Nina Ruge. Mehr Infos: www.deutscher-hoerfilmpreis.de
RBB Online, 20.02.2008
Nominierungen für Hörfilmpreis
Die Filme "Das Parfüm" von Tom Tykwer und "Die Frau vom Checkpoint Charlie" mit Veronica Ferres (Regie Miguel Alexandre) gehören zu den Nominierungen zum 6. Deutschen Hörfilmpreis. Er wird am 11. März in einer Gala in Berlin verliehen.
Wie die Veranstalter am Mittwoch in Berlin mitteilten, werden die Auszeichnungen wieder vom Schirmherrn Mario Adorf übergeben. Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen.
Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme mit einer zusätzlichen Audiodeskription (AD) wahrzunehmen. Akustischen Untertiteln vergleichbar beschreibt AD in knappen begleitenden Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen.
Der Deutsche Hörfilmpreis besteht aus einer Skulptur des blinden Künstlers Dario Malkowski ("Die Lauschende").
TV.Berlin Online, 20.02.2008
"Das Parfüm" unter Nominierungen zum Deutschen Hörfilmpreis
Die Filme "Das Parfüm" von Tom Tykwer und "Die Frau vom Checkpoint Charlie" mit Veronica Ferres (Regie Miguel Alexandre) gehören zu den Nominierungen zum 6. Deutschen Hörfilmpreis, der am 11. März in einer Gala in Berlin verliehen wird.
Die Auszeichnungen werden wieder vom Schirmherrn Mario Adorf übergeben, wie die Veranstalter am Mittwoch in Berlin mitteilten. Moderatorin des Abends ist Nina Ruge. Die anderen nominierten Filme sind "Das wahre Leben" von Alain Gsponer, "Eine stürmische Bescherung - Vier Meerjungfrauen III" von Ulrich Zrenner, "Hände weg von Mississippi" von Detlev Buck, "Schwere Jungs" von Marcus H. Rosenmüller, "Vom Reiche der sechs Punkte" von Hugo Rütters und "Whale Rider" von Niki Caro.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen. Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme mit einer zusätzlichen Audiodeskription (AD) wahrzunehmen. Akustischen Untertiteln vergleichbar beschreibt AD in knappen begleitenden Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen. Der Deutsche Hörfilmpreis besteht aus einer Skulptur des blinden Künstlers Dario Malkowski ("Die Lauschende"). (dpa)
filmecho.de, 20.02.2008
Nominierungen für Deutschen Hörfilmpreis
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat die Nominierungen für den 6. Deutschen Hörfilmpreis bekannt gegeben. Aus allen Einreichungen wurden acht Hörfilmproduktionen ausgewählt:
- Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders (eingereicht durch Constantin)
- Das wahre Leben (Südwestrundfunk)
- Die Frau vom Checkpoint Charlie (Mitteldeutscher Rundfunk)
- Eine stürmische Bescherung - Vier Meerjungfrauen III (ZDF)
- Hände weg von Mississippi (EuroVideo Bildprogramm)
- Schwere Jungs (Bayerischer Rundfunk)
- Vom Reiche der sechs Punkte (Berufsförderungswerk Düren)
- Whale Rider (Arte)
Der Gewinner des 6. Deutschen Hörfilmpreises wird erst am Abend der Preisverleihung am 11. März bekannt gegeben. Als Kulisse für die Galaveranstaltung dient das historische Atrium der Deutsche Bank AG, Unter den Linden, in Berlin. Auch die diesjährige Veranstaltung steht wieder unter der Schirmherrschaft des Schauspielers Mario Adorf, der die Auszeichnungen persönlich übergeben wird. Die Moderation übernimmt Nina Ruge.
dpa, 20.02.2008
Film/Auszeichnungen
"Das Parfüm" unter Nominierungen zum Deutschen Hörfilmpreis
Berlin (dpa) - Die Filme "Das Parfüm" von Tom Tykwer und "Die Frau vom Checkpoint Charlie" mit Veronica Ferres (Regie Miguel Alexandre) gehören zu den Nominierungen zum 6. Deutschen Hörfilmpreis, der am 11. März in einer Gala in Berlin verliehen wird. Die Auszeichnungen werden wieder vom Schirmherrn Mario Adorf übergeben, wie die Veranstalter am Mittwoch in Berlin mitteilten. Moderatorin des Abends ist Nina Ruge.
Die anderen nominierten Filme sind "Das wahre Leben" von Alain Gsponer, "Eine stürmische Bescherung - Vier Meerjungfrauen III" von Ulrich Zrenner, "Hände weg von Mississippi" von Detlef Buck, "Schwere Jungs" von Marcus H. Rosenmüller, "Vom Reiche der sechs Punkte" von Hugo Rütters und "Whale Rider" von Niki Caro. Der Deutsche Hörfilmpreis wird seit 2002 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen.
Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme mit einer zusätzlichen Audiodeskription (AD) wahrzunehmen. Akustischen Untertiteln vergleichbar beschreibt AD in knappen begleitenden Worten zentrale Elemente der Handlung wie Gestik, Mimik und Dekors. Die Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen. Der Deutsche Hörfilmpreis besteht aus einer Skulptur des blinden Künstlers Dario Malkowski ("Die Lauschende").
Bild Berlin-Brandenburg, 20.02.2008
"Die Frau vom Checkpoint Charlie" für Preis nominiert
Der Film "Die Frau vom Checkpoint Charlie" mit Veronica Ferres (42) in der Titelrolle wurde für den 6. Deutschen Hörfilmpreis nominiert. Schirmherr der Berliner Gala am 11. März ist Mario Adorf (77), der auch die Preise überreicht.
New Business, November 2007
Publicis Consultants folgt beim Hörfilmpreis auf Butterfly
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verleiht im Jahr 2008 zum 6. Mal den Deutschen Hörfilmpreis. Die Preisverleihung wird am 11. März im Atrium der Deutschen Bank in Berlin stattfinden.
Den PR-Etat für die Veranstaltung des DBSV sicherte sich in einem Pitch gegen zwei Agenturen Publicis Consultants Deutschland. Hauptaufgabe ist es, den Deutschen Hörfilmpreis kommunikativ und medial zu begleiten. Darüber hinaus sollen auch der DBSV bekannt sowie auf die Belange von blinden und sehbehinderten Menschen aufmerksam gemacht werden. Das Berliner Büro von Publicis Consultants verantwortet neben der PR- und Öffentlichkeitsarbeit auch die Medienkooperation, Betreuung der Homepage und das VIP- und Gästemanagement.
Mit dem Etatgewinn folgt die Agentur auf Butterfly Communications, Berlin, die sich im vergangenen Jahr um die Pressearbeit kümmerte. Verantwortlich auf Kundenseite sind Anja Schmidt (Referentin für Events) und Pressesprecher Volker Lenk.
Publicis Consultants Deutschland beschäftigt an den Standorten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München 30 Mitarbeiter. Neben dem Neuzugang kümmert sich das Team um die Geschäftsführer Axel Wallrabenstein und Wigan Salazar auch um Unternehmen wie Fruit of the Loom, Panasonic und Shell.
Horizont.net, November 2007
Publicis Consultants trommelt für Deutschen Hörfilmpreis
Im Auftrag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands sorgt Publicis Consultants Deutschland für die PR-Aktivitäten zum Deutschen Hörfilmpreis 2008. Die französische Netzwerkagentur setzte sich in einem Pitch gegen zwei weitere Wettbewerber durch.
Außer der kommunikativen und medialen Begleitung soll Publicis Consultants auch für eine größere Bekanntheit des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands sorgen. Darüber hinaus sollen die Belange von blinden und sehbehinderten Menschen stärker in die Öffentlichkeit getragen und die Audiodeskription von Filmen bekannter gemacht werden.
Die Berliner Dependance von Publicis Consultants übernimmt neben der klassischen PR- und Öffentlichkeitsarbeit auch das VIP- und Guestmanagement sowie die Umsetzung einer begleitenden Medienkooperation und betreut die Homepage www.deutscher-hoerfilmpreis.de. Publicis Consultants ist in Deutschland derzeit mit rund 30 Beratern außer in Berlin noch in Frankfurt, Hamburg und München präsent.
PR-Guide.de, November 2007
Publicis Consultants | Deutschland gewinnt Pitch um den Deutschen Hörfilmpreis 2008
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. hat Publicis Consultants | Deutschland GmbH mit der PR-Betreuung des 6. Deutschen Hörfilmpreis beauftragt. Die französische Netzwerkagentur konnte sich in einem Pitch gegen zwei weitere Agenturen durchsetzen.
Hauptaufgabe ist es, den Deutschen Hörfilmpreis kommunikativ und medial zu begleiten. Darüber hinaus sollen auch der DBSV und die Audiodeskription von Filmen bekannt sowie auf die Belange von blinden und sehbehinderten Menschen aufmerksam gemacht werden.
Die Berliner Dependance übernimmt neben der klassischen PR- und Öffentlichkeitsarbeit auch das VIP- und Guestmanagement, die Durchführung einer begleitenden Medienkooperation sowie die Betreuung der Homepage zum Deutschen Hörfilmpreis (www.deutscher-hoerfilmpreis.de).
Verantwortlich auf Seiten des DBSV sind Anja Schmidt (Referentin für Events) und Volker Lenk (Pressesprecher). Zuständig auf Seiten von Publicis Consultants | Deutschland sind Christoph Götz und Claudia Geisler.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verleiht im Jahr 2008 bereits zum 6. Mal den Deutschen Hörfilmpreis. Die Preisverleihung wird am 11. März 2008 im Atrium der Deutschen Bank, Unter den Linken 13-15 in Berlin stattfinden. Schirmherr der Veranstaltung ist auch dieses Mal wieder der bekannte Schauspieler Mario Adorf.
Grundblatt, Mai 2007
"Schurken sind interessanter"
Mario Adorf über sein Engagement für Blinde und Sehbehinderte, Bösewichter als die besseren Rollen und Gelassenheit als Erfolgsrezept
Herr Adorf, Sie haben kürzlich in Berlin nicht nur als Jury-Mitglied der Berlinale gewirkt, sondern wenig später auch den Deutschen Hörfilmpreis an die Gewinner überreicht, dessen offizieller Medienpartner der Grundblatt Verlag ist. Über diesen Preis haben Sie seit fünf Jahren die Schirmherrschaft. Wie kamen Sie zu diesem Engagement und was bedeutet es Ihnen?
Mario Adorf: Angesprochen wurde ich seiner Zeit von der Deutschen Bank in München. Die ist auch von Anfang an dabei. Die Preisverleihung findet stets in der sehr schönen Repräsentanz Unter den Linden in Berlin statt. Ich habe damals zugesagt, obwohl ich vom Hörfilm und dem speziellen Verfahren, mit dem Filme für blinde und sehschwache Menschen erlebbar gemacht werden, keine Ahnung hatte. Aber als ich erfuhr, dass es darum geht, für fast 150.000 Blinde und über eine halbe Million Sehbehinderte in Deutschland mehr kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, musste man mich nicht lange überzeugen.
Ihr Fazit nach den ersten fünf Jahren?
Adorf: Es hat enorme Fortschritte gegeben, zu denen der Preis seinen Beitrag geleistet hat und weiter leistet. In diesem Jahr hat Bundespräsident Horst Köhler der Preisverleihung beigewohnt und damit für einen sehr hilfreichen Schub in der öffentlichen Wahrnehmung gesorgt, ohne die es in unserer Mediengesellschaft nun mal schwierig ist, selbst eine sehr gute Sache zügig voranzubringen.
Zum Fazit gehört auch, dass die Audiodeskription - das sind gesprochene zusätzliche Bildbeschreibungen in den Dialogpausen von Filmen, die die visuellen Wahrnehmungslücken für Sehbehinderte schließen - immer stärkere Verbreitung findet. Ich selbst habe eine solche Produktion inzwischen gesprochen - für einen Film, der mir sehr am Herzen liegt: „Faust“ mit Gustaf Gründgens. Ziel aus meiner Sicht muss sein, alle Filme, die im Fernsehen laufen, auch als Hörfilme zu senden. Bis dahin ist es allerdings noch ein gehöriges Stück Weg.
Sie haben einmal sinngemäß gesagt „Schurken sind die interessanteren Rollen“. Sie waren als Schauspieler jahrelang auf Bösewichter festgelegt. Macht man da mit so einer Aussage aus der Not eine Tugend?
Adorf: Nein, schon weil „festgelegt“ nicht stimmt. Ich habe mir meine Rollen schon sehr bald selbst ausgesucht. Ich habe frühzeitig festgestellt, dass in der gesamten Theaterliteratur - und ich bin ja über das Theater zur Schauspielerei gekommen - die Schurken die interessanteren, facettenreicheren Rollen mit dem höheren Schauwert fürs Publikum sind. Nehmen Sie Shakespeare, Richard III., Macbeth - selbst der große Zauderer, Zögerer Hamlet ist ja auch ein vierfacher Mörder. Ich habe in diesem Zusammenhang auch ganz persönliche Erfahrungen gemacht, die mein Urteil stützten. Als ich vor Jahren mal den Edlen, den Helden gab - nämlich Othello - hat mich der Jago glatt an die Wand gespielt, was an der Rolle lag und natürlich auch an dem hervorragenden Kollegen, der sie spielte. Das war Gottfried John. Wenn ich also Bösewichter spiele, dann ist das immer meine Wahl. Ich habe solche Rollen allerdings auch schon abgelehnt - wie die des deutschen, dann von Klaus Löwitsch gespielten Landsers in dem Film „Steiner“ von Sam Peckinpah. Mir bedeuten die soldatischen Tugenden wie Todesverachtung und Heldentum ehrlich gesagt sehr wenig.
Die erste größere Rolle, die Sie als junger Schauspieler einem größeren Publikum bekannt gemacht hat, war die des psychopathischen Frauenmörders Bruno Lüdke in „Nachts, wenn der Teufel kam“ von Robert Siodmak aus dem Jahre 1957. Wie kamen Sie zu diesem Engagement?
Adorf: Ich war damals ein ganz junger Schauspieler an den Münchener Kammerspielen. Der Drehbuchautor des Films, Werner Jörg Lüddecke, den ich bereits kannte, nahm mich mit in eine Künstlerbar, um mich „zufällig“ dem Regisseur Robert Siodmak vorzustellen. Das klappte auch. Siodmak erhob sich aus seiner großen Freundesrunde und forderte mich ziemlich unvermittelt auf: „Schauen Sie mal beeese!“ Das tat ich, aber Siodmak meinte: „Das ist doch nicht beeese.“ Ich machte einen zweiten Versuch, der ihn auch nicht zufrieden stellte und das war´s auch schon. Ich war entlassen und ging zur Theke, um ein Bier zu trinken. Da bemerkte Siodmak, dass ich stark hinkte - ich hatte mir am selben Abend auf der Bühne in einer Raufszene mit Horst Tappert einen Muskelfaserriss zugezogen,- und sprach mich darauf an. Was ich nicht wusste: Siodmak war leidenschaftlicher Amateurheiler und hatte immer einen großen Seekorb voller Medikamente dabei. Er schleppte mich sofort in sein Zimmer im Hotel „Vier Jahreszeiten“, das um die Ecke lag, und forderte mich dort auf: „Lassen Sie mal die Hosen runter!“. Was wird das jetzt, fragte ich mich zwar, folgte aber der Aufforderung, und dann verarztete Siodmak mein Bein mit einem damals „neuen Mittel aus den Staaten“, einem Vereisungsspray. Auf seine Frage, ob es mir nun besser ginge, habe ich tapfer gelogen. Als wir dann in die Bar zurückkehrten, begrüßte er die Runde mit dem Satz: „Ich habe gerade meinen Teufel geheilt.“ Es gab natürlich noch Probeaufnahmen, aber danach war ich engagiert.
Sie haben später mit Billy Wilder gearbeitet. Die erste Rolle, die Wilder Ihnen anbot, haben Sie allerdings abgelehnt ...
Adorf: Ja. Mit der Arroganz der Jugend wollte ich die völlig unbedeutende Rolle des dritten Russen in der Komödie „Eins, Zwei, Drei“, die Wilder mir anbot, nicht spielen. Ich war der Meinung, ich sollte den ersten Russen mimen. Aus späterer Sicht muss ich gestehen, dass dieses Herangehen falsch war. Für den ersten Russen, der im Film dann mit Leon Askin hervorragend besetzt war, wäre ich seinerzeit viel zu jung gewesen.
Danach dauerte es 17 Jahre, bis Wilder Sie für seinen Streifen „Feodora“ erneut haben wollte. Er hatte die Absage aber nicht vergessen ...
Adorf: Wilder hatte ein hervorragendes Gedächtnis. Als wir uns damals im Hotel „Vier Jahreszeiten“ begegneten, wandte sich Wilder nach einer Runde durch die Drehtür zu mir um und sagte mit erhobenem Zeigefinger: „Und nicht wieder absagen!“ Damit hatte er mich „im Sack“, und ich habe dann eine Rolle bei ihm gespielt, die nicht wesentlich besser war als jene, die ich damals abgelehnt hatte.
Was hat sich Ihnen aus der Arbeit und auch der persönlichen Bekanntschaft mit Wilder besonders eingeprägt?
Adorf: Wilder war der geistreichste, humorvollste und witzigste Mensch, den ich wohl überhaupt je getroffen habe - höchstens vielleicht noch zu vergleichen mit Peter Ustinov. So war Wilder aber nur privat. Bei der Arbeit war er ausgesprochen streng, fast humorlos und sehr amerikanisch, das heißt, Änderungen am Drehbuch kamen nicht in Frage und Ideen der Schauspieler waren nicht gefragt. Damit hatte ich nun immer meine Schwierigkeiten. Einmal konnte ich mich gegen Wilder durchsetzen. In einer Szene hatte ich ein zusätzliches „Oh“ eingefügt. Da gab es erst ein großes Bohei um dieses „Oh“, aber weil ich es immer wieder brachte, blieb es schließlich drin.
Herr Adorf, wie würden Sie Ihr Credo als Schauspieler umreißen?
Adorf: Schauspielerei ist ein Handwerk, das man möglichst gut lernen sollte. Und dann steht Glaubhaftigkeit für mich ganz oben. Ob ich einen Nagel einschlage oder einen anspruchsvollen Dialog spreche, ich möchte immer erreichen, dass man mir glaubt, was ich tue. Im Übrigen habe ich es stets mit Brechts Motto gehalten „Qualität setzt sich durch“ und bin nie Rollen hinterhergejagt oder habe nie darum gebuhlt. Wenn die Leute nicht merken, was sie an mir haben, dann kriegen sie mich nicht. Diese Einstellung hat mich, auch wenn sie vielleicht etwas überheblich wirkt, davor beschützt, Kollegen als Konkurrenz oder vielleicht sogar Neid zu empfinden. Ich habe mir frühzeitig ein gewisses Maß an Gelassenheit und Selbstsicherheit zugelegt, was in meinem Beruf sehr hilfreich ist.
Wie haben Sie sich auf die Rolle des italienischen Faschistenführers Mussolini vorbereitet, den Sie 1973 in dem Streifen „Die Ermordung Matteottis“ spielten?
Adorf: Generell verlasse ich mich als Schauspieler in erster Linie auf meine Fantasie und mein Einfühlungsvermögen - das habe ich unter anderem von O. E. Hasse gelernt, dem ich beruflich viel zu verdanken habe. Wenn ich ein Irren spiele, dann gehe ich nicht vorher drei Monate in ein Irrenhaus. Etwas anderes ist es bei historisch realen Rollen. Mussolini habe ich studiert, in dem ich mich zunächst literarisch schlau machte. Und dann vor allem durch endloses Ansehen und Anhören von Filmmaterial - auch solchem, das der Duce zensiert hatte. Ich wollte ihn in Gestik, Mimik und Sprachduktus - alles sehr ausgeprägt bei Mussolini - möglichst genau treffen.
Und was wussten Sie von dem deutschen Kommunisten Max Christiansen-Clausen, den Sie als Funker des sowjetischen Top-Spions Richard Sorge in Japan während des zweiten Weltkriegs in dem Film „Wer sind Sie, Dr. Sorge?“ von 1960 darstellten?
Adorf: Ich wusste vor dem Film von diesem Menschen überhaupt nichts und hinterher auch nur das, was im Drehbuch gestanden hatte. Sorge als historische Figur war mir bekannt - aus dem Film „Verrat an Deutschland (Der Fall Dr. Sorge)“ von 1954, in dem der Sorge von dem in Frankreich lebenden deutschen Schauspieler Paul Muller gespielt worden war. Literatur zu diesem Thema gab´s damals nicht. Erst als unser Film schon lief, habe ich eine Vorstellung von der historischen Dimension bekommen - als ich damals in der Sowjetunion war und merkte, dass Thomas Holtzmann, der den Sorge in unserem Film gespielt hatte, und ich dort über Nacht zu Stars geworden waren.
Haben Sie je vom realen Christiansen-Clausen gehört, der seinerzeit in der DDR lebte, wo der Film übrigens in den Kinos lief?
Adorf: Nie. Leider, muss ich heute sagen, denn das hätte mich sehr interessiert. Aber der Sachverhalt, dass dieser Funker noch lebte, war damals im Westen nicht bekannt.
Sie haben einmal gesagt, wenn ein Dutzend Filme - von etwa 130 - bliebe, wären Sie zufrieden. Welche Ihrer Filme stufen Sie selbst als besonders wichtig ein?
Adorf: Da nenne ich an erster Stelle „Die Blechtrommel“, Regie Volker Schlöndorff, und Fassbinders „Lola“, aber auch „Via Mala“, die Verfilmung des großen Romans von John Knittel. Und dann natürlich Fernsehfilme wie „Der große Bellheim“ und „Der Schattenmann“ von Dieter Wedel. Und die Komödien von Helmut Dietl - „Kir Royal“ und „Rossini“.
Gibt es eine Rolle, von der der Schauspieler Mario Adorf bedauert, sie nicht gespielt zu haben?
Adorf: Ja, den Milchmann Tevje in „Anatevka“. Ich glaube, den hätte ich ganz gut hinbekommen. Die Rolle ist mir verschiedene Male angeboten worden, aber es hat nie geklappt.
Welche beruflichen Pläne haben Sie für 2007 und darüber hinaus?
Adorf: Zum Beispiel eine Komödie auf irgendeiner Karibikinsel. Vor allem aber gibt es ein sehr ernsthaftes Angebot: Ich soll Karl Marx spielen. Der Stoff war erst als Fernsehspiel geplant, aber da das internationale Interesse sehr groß ist, verdichten sich jetzt die Anzeichen, dass es ein Spielfilm werden könnte.
Das Gespräch für Das Grundblatt führte Wolfgang Schwarz
Filmecho-filmwoche, 07.04.2007
MDR gewinnt Hörfilmpreis
Der MDR ist mit dem 5. Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet worden. Der Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband ehrte den Sender damit für sein "konsequentes und nachhaltiges Engagement". Der Film "Netto" (ZDF) erhielt einen Sonderpreis für die "hervorragend umgesetzte Audiodeskription". Bei einem Hörfilm gibt es zusätzliche gesprochene Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und sehbehinderte Menschen diesen Film auch "verfolgen" können. Schirmherr der Preisverleihung war der Schauspieler Mario Adorf. Bei der Preisverleihung in Berlin unterstrich Kulturstaatsminister Bernd Neumann das Recht der blinden und sehbehinderten Menschen auf Teilhabe am kulturellen Leben: "Blinde und sehbehinderte Menschen müssen eine reale Chance haben, auch an der Alltagskultur teilhaben zu können. Dazu gehört ganz wesentlich auch der Zugang zu Film und Fernsehen." Im vergangenen Jahr sei die beachtliche Zahl von 546 Hörfilmen ausgestrahlt worden. Diese beeindruckende Entwicklung wäre ohne das Engagement des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes nicht möglich gewesen. "Um diesen Erfolg fortzuschreiben, haben die Kultur- und Medienminister der Europäischen Union gerade kürzlich bei einem Treffen in Berlin die Bedeutung des Zugangs von blinden und sehbehinderten Menschen zum Fernsehen herausgestellt," sagte der Staatsminister. Derzeit werde diskutiert, in welcher Form dies Eingang in die neue EU-Fernsehrichtlinie finden solle. Hörfilme arbeiten mit zusätzlichen akustischen Bildbeschreibungen in den Dialogpausen. Diese kurzen und knappen Erläuterungen zu den Handelnden, ihrer Mimik und Gestik oder ihrem Aussehen sollen blinden und sehbehinderten Menschen die für den Handlungs- verlauf wichtigen und sonst nur visuell wahrnehmbaren Ereignisse einer Szene vermitteln. In Deutschland leben 145000 blinde und über 500000 sehbehinderte Menschen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen nutzt das Fernsehen als vorrangiges Informations- und Unterhaltungsmedium. (www.deutscher-hoerfilmpreis.de). rkl
Aus den Händen des Schirmherrn Mario Adorf erhielt Ingelore König von der Kinder- film GmbH einen Hörfilmpreis. Der Sonderpreis der Jury ging an Edeltraut Brakhage für deren herausragendes persönliches Engagement.
Das Grundblatt, April 2007
Filme sollten alle hören
Die Gewinner des 5. Deutschen Hörfilmpreises bringen Bilder zum Klingen
"Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, sich von Ihren Plätzen zu erheben - der Bundespräsident!" Mit diesen Worten eröffnete WDR-Moderatorin Bettina Böttinger die Verleihung des fünften Deutschen Hörfilmpreises. Unter begeistertem Applaus der Zuschauer ging Horst Köhler, in Begleitung seiner Gattin Eva Luise, zu seinem Platz in der ersten Reihe. Dort saßen bereits der Schirmherr des Preises Mario Adorf sowie Kultur-Staatsminister Bernd Neumann (CDU). Insgesamt 400 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur waren zur Gala der Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises nach Berlin ins Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden gekommen.
Initiiert vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) wurde dieser besondere Preis vor fünf Jahren ins Leben gerufen, um besonders gelungene Hörfilmproduktionen sowie Personen, Organisationen und Institutionen, die sich nachhaltig um den Hörfilm verdient gemacht haben, zu ehren. Bei einem Hörfilm gibt es zusätzlich zu dessen Hörspur gesprochene Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so genannte Audiodeskriptionen, um Filme für blinde und sehbehinderte Menschen erlebbar zu machen.
Beim diesjährigen kleinen Jubiläum des Preises war es offensichtlich, dass er populär, ja glamourös geworden ist. Ein Blitzlichtgewitter der Fotografen erwartete die Prominenten wie die Schauspielerinnen Judy Winter und "Good Bye Lenin"-Darstellerin Katrin Sass. "Durch Zufall bin ich mal bei einem Hörfilm hängen geblieben, weil ich die Bildbeschreibungen spannend fand, fast so wie Regieanweisungen im Drehbuch." Sie hoffe, dass ihr neuer Kinofilm, der ab Juli gedreht werde, barrierefrei auch für Blinde produziert werde. Ein Wunsch, den auch die prominenten Jury-Mitglieder wie beispielsweise Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum teilen. Letztere erzählte vergnügt, dass es ihr sehr viel Spaß gemacht hätte, in der Jury zu arbeiten: "Ich hatte zuvor noch nie einen Hörfilm gesehen und habe mir die nominierten Filme mit geschlossenen Augen angesehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, sehbehindert zu sein."
Für den künstlerischen Höhepunkt des Abends sorgte die blinde Sängerin Joana Zimmer, die mit viel Stimmpower das Atrium vibrieren ließ.
Als Moderatorin Bettina Böttinger die Preisverleihung ankündigte, lag ein Hauch von Hollywood-Flair in der Luft, das noch durch die Bemerkung Bernd Neumanns verstärkt wurde: "Vor ein paar Wochen habe ich den Oscar für "Das Leben der Anderen" in den Händen gehalten. Dieser Preis hier ist aber nicht nur vom Gewicht schwerer, sondern auch von der Bedeutung." Schirmherr Mario Adorf dazu: "Der Oscar oder der Bambi sind Belohnungen für eine gute Arbeit. Dieser Preis hier bedeutet neben Lob vor allem Ansporn, noch mehr für die Nicht-Sehenden zu tun." Eine Aufforderung, der die nominierten Filme "Belissima" (3sat), "Marias letzte Reise" (Arte) und "Netto" (ZDF) sowie die beiden Sendeanstalten NDR und MDR nachgekommen seien.
Aber nur einer kann gewinnen, besser gesagt zwei, so die Jury. Denn diesmal wurde auch ein Sonderpreis vergeben - und zwar an den Film "Netto" für dessen hervorragend umgesetzte Audiodeskription. Ein Erstlingswerk des jungen Regisseurs Robert Thalheim. Der Hauptpreis ging an den MDR. Die Jury-Begründung dazu: "Die kleine Sendeanstalt setzt sich konsequent und nachhaltig für den Hörfilm ein; zwei werden wöchentlich gesendet; 100 wurden seit 1999 produziert."
Zu den ersten Gratulanten gehörte Horst Köhler: "Mein Erscheinen hier soll die besondere Bedeutung des Deutschen Hörfilmpreises hervorheben und auf die Belange der Blinden- und Sehbehinderten aufmerksam machen. Durch meine blinde Tochter kann ich vielleicht besser nachvollziehen, wie wichtig es für Nicht-Sehende ist, durch Hörfilme am Alltag teilzunehmen". DBSV-Präsidentin Renate Reymann hatte allen Grund zum Strahlen: "Es war ein wunderschöner Abend vor großer Prominentenkulisse, der uns in unserer Arbeit bestärken wird. Schließlich ist es unser Ziel, dass in absehbarer Zukunft jeden Tag ein neuer Hörfilm im Fernsehen ausgestrahlt wird."
Martina Reckermann
Die Verleihung fand im Atrium der Deutschen Bank in Berlin statt
textintern, 30.03.2007
Deutscher Hörfilmpreis
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist mit dem 5. Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet worden. Begründung: Das "konsequente und nachhaltige Engagement" des Senders für den Hörfilm. Die unter anderem mit Filmproduzentin Regina Ziegler besetzte Jury vergab zudem einen Sonderpreis an den ZDF-Film "Netto" für eine "hervorragend umgesetzte Audiodeskription". Der Deutsche Hörfilmpreis wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur waren anwesend, darunter Bundespräsident Horst Köhler. Durch den Abend führte Moderatorin Bettina Böttinger.
Die Verleihung fand im Atrium der Deutschen Bank in Berlin statt
Spiegel online international, 30.03.2007
HEARING IS BELIEVING
Making Movies For The Blind
By Khuê Pham in Berlin
The blind and visually impaired can get much more out of television shows and movies with the help of audio description, where the on-screen action is described verbally. But Germany is lagging behind the UK in making films and TV accessible.
Red carpet, bronze trophies, exotic canapés -- at first sight, the award ceremony in the atrium of the Deutsche Bank in Berlin looked like any other swish film event. But the Braille characters on the invitations and the Golden Retriever guide dog mingling in the crowd revealed that this was no ordinary occasion.
Last week's Deutscher Hörfilmpreis (German Audio Description Prize), which is organized by the German Federation of Blind and Visually Impaired People (DBSV), paid tribute to achievements in the field of audio description -- describing visual information in a film or television show on an extra audio track for the visually impaired.
The event, which was attended by illustrious guests like German President Horst Köhler -- whose own daughter has a visual impairment -- and veteran German actor Mario Adorf, billed itself as a mini-Oscar with a social message. Sighted guests were given special glasses with plastic lenses that mimicked a visual impairment, so they could experience being partially sighted for themselves.
At the awards, two trophies -- each weighing a hefty six pounds -- went to the regional broadcaster Central German Broadcasting (MDR) and the German low-budget film "Netto" for applying audio description to their productions. The MDR, a public service broadcaster, has added audio descriptions to all of its in-house TV movies and series since 2002.
"You never know who shot whom"
"A tall man, dressed in dirty overalls, quietly sneaks into Jane's house. She is doing aerobics in her upstairs bedroom, blissfully unaware as the man creeps silently, toe by toe, up the staircase, looking left to right."
The above example, taken from a BBC guide to audio description, demonstrates the extra dimension audio description provides for the blind and visually impaired. Thomas Nicolai, a visually impaired journalist, says that it helps him follow the plot of a film without having to rely on the explanations of sighted people. "Otherwise you're left in the dark," he says. "You never know who shot whom." And, he adds, it enables him to participate in conversations about television events or films.
Although jurors at the film awards spoke with optimism about increasing access to culture for blind and visually impaired people, there is still a long way to go. According to Deutsche Hörfilm gGmbH, a non-profit organization which makes visual media accessible for the visually impaired, 155,000 people in Germany are blind while a further 500,000 are visually impaired.
And although 80 percent use television as their primary medium for information or entertainment, their needs are not well served. On any given evening, there only one or two programs with audio description on air in Germany, bringing the annual total to a mere 546 -- including repeats.
According to audio description author Holger Buck, the situation is even worse when it comes to the silver screen: less than 10 films are screened with audio descriptions in Germany per year. DVDs offer a slightly broader choice: there are currently between 35 and 40 audio-described titles available, including classics like "Chinatown" or recent German productions such as the 2006 soccer World Cup documentary "Germany -- A Summer's Tale."
Having such a limited choice can be frustrating, says Thorsten Wolf, who has been blind from infancy. "I'm not so much into TV crime series," he says. "I would like to be able to go to the cinema more often." But even in Berlin, this is difficult: there are only two movie theatres which have the necessary technology to screen films with audio description.
Creative potential
Some feel that audio description could benefit sighted people, too. Film researcher Gerhard Lechenauer thinks that the extra narration could be used as a tool to guide the viewer to more selective viewing. He is, however, concerned about the dry and objective language in audio description: "How do you solve the problem of different colors or atmospheres?" he wonders.
Andreas Heinecke, who runs the popular Hamburg exhibition "Dialogue in the Dark" also believes that those who can see can gain much from engaging with disability. "In my eyes, disabled people are the social avantgarde," he says. He talks with enthusiasm about the creative potential that the encounter between the two groups can have.
The success of his seven-year-old exhibition, subtitled "An Exhibition to Discover the Unseen," proves him right. Each year, 500,000 visitors come to experience the unusual concept, where blind people guide sighted visitors through darkened rooms to experience smells, temperatures or sounds.
Not enough commitment
Still, there is not enough public commitment to promoting access to blind and visually impaired people, thinks Bernd Benecke, who works for the public broadcaster Bavarian Broadcasting as Germany's only specialist audio description editor. "Everybody is always very much in favor of the idea but when it comes to giving money, the enthusiasm quickly fades away," he says.
In Germany, audio transcription -- which costs €4,500-5,000 ($6,000-6,660) per film -- is primarily funded by public broadcasters and sponsors, as there is no direct state support. The total sum invested, estimates Benecke, is only between €500,000 and €1 million per year -- practically small change when one considers that a single episode of a television crime series can cost €2 million.
The lack of political commitment is also reflected in the half-hearted political discussions about audio transcription. Even though German Culture Minister Bernd Neumann said at the Hörfilmpreis awards that audio description needs to be promoted, Germany still lacks clear political guidelines about audio description, such as the quotas which other European countries have adopted. "There are many 'should haves' and 'could haves,'" says Benecke with a sigh.
Accessible Britain
He points to Great Britain as a role model: on television, a dynamic quota -- currently 8 percent -- for the main channels ensures that a set proportion of all TV programming is shown with audio description. Accessible DVDs and videos, too, are much more plentiful in the United Kingdom: the BBC lists over 150 titles of DVDs with audio description, including blockbusters like "Borat", "Casino Royale" or "Pretty Woman." Visually impaired cinephiles are also catered for: around 8 out of 10 films released each week have audio description and 160 cinemas across the country hold accessible screenings, according to the BBC.
Audio description is increasingly being adapted for theatre, too. Although there are only a couple of productions per year, they are very popular, with blind and visually impaired theatre fans often traveling long distances to attend performances. Nicolai, the visually impaired journalist, traveled over 400 kilometers (250 miles) from Berlin to Osnabrück to see an audio-described version of Goethe's "Faust" -- but he says it was well worth it.
"It was a great experience," he says. "These events are so special that people make huge efforts to go there, no matter how much time and money it costs."
The Deutscher Hörfilmpreis award is awarded to films which particularly help the blind.
3sat, 26.03.2007
Preisgekrönte Hörfilme
3sat-Spielfilm für Deutschen Hörfilmpreis nominiert
Natürlich hört man etwas, wenn man einen Film anschaut - was also soll Begriff "Hörfilm" bedeuten? - Ein Hörfilm enthält eine besondere Tonspur, auf der in den Dialogpausen Bildbeschreibungen enthalten sind, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, dem Film zu folgen. In Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler wurde in Berlin in der vergangenen Woche der Deutsche Hörfilmpreis des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) verliehen. Mit seinem Preis, der unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf steht, würdigt der Verband sowohl besonders gelungene Hörfilm-Produktionen als auch vorbildliche Initiativen, die zur Verbreitung und Weiterentwicklung der Audiodeskription beitragen. Das ZDF und 3sat beteiligen sich seit Jahren aktiv an den Bemühungen, blinden und sehbehinderten Menschen anspruchsvolle Filme nahe zu bringen. Die Belohnung dafür: Die Hörfilm-Produktion des Filmklassiker "Belissima" von Luchino Visconti (Italien 1951), den 3sat 2006 ausstrahlte, gehörte zu den fünf deutschen Nominierungen für den Hörfilmpreis 2006; die ZDF-Produktion (Das kleine Fernsehspiel) "netto" von Robert Thalheim wurde mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.
Welt am Sonntag, 25.03.2007
Hörfunkpreis
Die fünfte Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises wurde im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden gefeiert. Wie schon in den Jahren zuvor hatte sich Schauspieler Mario Adorf den Termin frei gehalten. Der Preis 2007 ging an den Mitteldeutschen Rundfunk.
Dresdner Neueste Nachrichten, 24.03.2007
Selbstbestimmt
So entsteht ein Hörfilm
Können Blinde Filme sehen? Nein, sehen natürlich nicht. Aber sichtbar machen kann man ihnen solche Produktionen schon. Hörfilm heißt das ganz nüchtern und wird schon seit den 90er Jahren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen praktiziert. Und das geht so: zwischen den Dialogen wird bei Szenen- und Ortswechseln von einem Sprecher gesagt, welche Personen anwesend sind und wie der Raum gerade aussieht, der da auf dem Bildschirm erscheint. Das Problem: der Text muss genau in die Dialogpause passen und darf nicht überfrachtet sein.
Die Produktion erfolgt dann über mehrere Schritte, wie Lutz Müller, der zuständige Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk, erklärt. Ein Autorenteam schreibt den Text, der mit einem Blinden durchgegangen wird. Lutz Müller: "So wie Sehende sich das alles vorstellen, darf die Bildbeschreibung nicht sein." So hört sich der Blinde das also an, ob er versteht, was da mit wem passiert - oder welches Geräusch wozu gehört. Erst wenn er das wirklich kann, wird der Text aufgenommen. Das kostet 5000 Euro und wird bei der Deutschen Hörfilm GmbH in Berlin hergestellt. Sonnabend führt das MDR-Magazin "selbstbestimmt" vor, wie so eine Produktion abläuft - mit der TV-Produktion "Die zehn Gebote".
Seit 1999 produziert der MDR Hörfilme und sendet heute etwa 100 pro Jahr. Fernsehdirektor Wolfgang Vietze: "Mittlerweile können Blinde und Sehbehinderte durchschnittlich zwei Mal pro Woche solche Filme im Programm finden. Auch in diesem Jahr arbeiten wir daran, dieses Angebot weiter zu erhöhen." Diese Anstrengungen wurden dieser Tage mit dem Deutschen Hörfilmpreis gewürdigt, der bereits zum fünften Mal vom Blinden- und Sehbehindertenverband vergeben wurde.
Durchschnittlich stellt der MDR im Jahr etwa 14 Hörfilme (darunter im Schnitt zwei Defa- und zwei Kinderfilme) für sein eigenes Programm und die ARD her. Die nächsten Neuproduktionen stehen bereits fest: eine Rolf-Herricht-Triloge - "Der Baulöwe", "Der Reserveheld" und "Geliebte weiße Maus".
Doch nicht nur Hörfilme, auch das Behindertenmagazin "selbstbestimmt" gehört zum sozialen Sender-Engagement. So berichtet es in seiner neuen Ausgabe (24. März, 11.10) über Kambodschas Liga für Behinderten-Volleyball und über die 36-jährige, blinde Sybriye Tenberken. Die eine tibetanische Blindenschrift entwickelte, die sie in Lhasa unterrichtet. Norbert Wehrstedt
Berliner Morgenpost, 23.03.2007
LeuteNews
Matthias Schweighöfer lässt Haare für seinen neuen Film
Mit superkurzen Haaren überraschte Schauspieler Matthias Schweighöfer bei der Verleihung des 5. Deutschen Hörfilmpreises am Mittwochabend in der Deutschen Bank Unter den Linden. So sieht er in seinem neuen Film "Keinohrhase" mit Til Schweiger aus. Jän
Der Tagesspiegel, 23.03.2007
Ausgezeichnet: Filme zum Zuhören
Bundespräsident Horst Köhler weiß, wie eingeschränkt das Leben von Menschen mit Sehbehinderung sein kann - seine Tochter Ulrike ist blind. Am Dienstagabend war er Ehrengast bei der Verleihung des 5. Deutschen Hörfilmpreises im Atrium der Deutschen Bank. Hörfilme helfen sehbehinderten Menschen, einer Filmhandlung besser folgen zu können, in dem Sprecher die einzelnen Szenen kommentieren. 546 solcher Filme wurden 2006 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Unter der Schirmherrschaft von Schauspieler Mario Adorf wurden jetzt die besten Produktionen ausgezeichnet. Den Hauptpreis erhielt der MDR, der sich laut Jury besonders stark im Bereich der Hörfilmproduktion engagiert. Der ZDF-Film "Netto" wurde mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. WDR-Moderatorin Bettina Böttinger führte durch den Abend. Einer der Höhepunkte war der Auftritt der blinden Sängerin Joanna Zimmer. Unter den Gästen waren neben Köhler auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Filmproduzentin Regina Ziegler. sop
Diverse Zeitungen, 22./23.03.2007
Hörfilmpreis für den MDR
Berlin - Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist am Mittwoch in Berlin mit dem 5. Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet worden. Der MDR wurde für sein "konsequentes und nachhaltiges Engagement" in diesem Bereich geehrt. Der Film "Netto" (ZDF) bekam einen Sonderpreis für die "hervorragend umgesetzte Audiodeskription". Bei einem Hörfilm gibt es zusätzliche gesprochene Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und sehbehinderte Menschen diesen Film auch "sehen" können. Der undotierte Preis wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen. dpa
In dieser oder ähnlicher Form ist vorstehender Artikel am 22. und 23. März 2007 in folgenden Zeitungen erschienen:
Badische Zeitung, Donuakurier, Flensburger Tageblatt, Holsteinischer Courier, Lausitzer Rundschau, Mainpost, Neue Presse, Ostthüringische Zeitung, Sächsische Zeitung, Schlei-Bote, Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, Stormaner Tagesblatt
Kobinet, 22.03.2007
Hörfilmpreis für Mitteldeutschen Rundfunk
Berlin (kobinet) Der 5. Deutsche Hörfilmpreis, der gestern Abend auf einer Gala in Berlin von Schauspieler Mario Adorf überreicht wurde, ging an den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Einen Sonderpreis bekam Robert Thalheims Film "Netto" (kobinet 5.2.05).
Nachdem 1999 im MDR-Programm gerade mal zwölf Hörfilme gelaufen waren, wurden 2006 bereits mehr als 100 Produktionen barrierefrei für Blinde und Sehbehinderte gezeigt. Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes erklärte bei der Preisverleihung, bei der auch Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau sowie weitere prominente Persönlichkeiten zu Gast waren: "Unser Ziel ist es, dass in naher Zukunft im Fernsehen jeden Tag ein neuer Film als Hörfilm ausgestrahlt wird und auch ein blinder Mensch am DVD-Regal oder an der Kinokasse nichts Besonderes mehr ist, weil fast alle Filme mit Hörfilmtechnik ausgestattet sind."
KIZ Kulturinformationszentrum - Deutscher Kulturrat/Neue Musikzeitung, 22.03.2007
Deutscher Hörfilmpreis an MDR
Der Mitteldeutsche Rundfunk/MDR ist in Berlin mit dem 5. Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet worden. Der Sender werde für sein "konsequentes und nachhaltiges Engagement" in diesem Bereich geehrt, so die Jury. Ein Sonderpreis ging an die Audiodeskription des ZDF-Films "Netto". Die undotierte Auszeichnung wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband vergeben. Ein Hörfilm ist ein Film mit zusätzlich gesprochenen Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und sehbehinderte Menschen sich ein Bild von der Szenerie machen können.
Quelle: B5Aktuell
Ophthalmologische Nachrichten, 22.03.2007
Hoher Besuch bei der Hörfilmpreisverleihung der Blinden in Berlin
22.03.2007 - BERLIN (MedCon) - Schon seit einigen Jahren gilt die alljährlich stattfindende Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises des Deutschen Blinden- und Sehbehindertverbandes (DBSV) als gesellschaftlicher Top-Event in Berlin. In diesem Jahr hatte die Deutsche Bank Unter den Linden, in deren Atrium die Veranstaltung traditionell stattfindet, den roten Teppich für höchsten Besuch ausgerollt: Bundespräsident Köhler und seine Frau erschienen zu der zum fünften Male durchgeführten Preisverleihung und verbrachten danach den ganzen Abend mit den Blinden und Sehbehinderten.
In diesem Jahr ging der Deutsche Hörfilmpreis an den Mitteldeutschen Rundfunk wegen seines konsequenten und nachhaltigen Engagements für den Hörfilm. Zudem lobte die Jury einen Sonderpreis aus, mit dem der ZDF-Film "Netto" wegen der hervorragend umgesetzten Audiodeskription ausgezeichnet. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger. Populärer Stargast war auch in diesem Jahr Mario Adorf, der an jeder einzelnen der bislang fünf Hörfilmpreis-Verleihungen teilgenommen hat. Adorf erzählte ein weiteres Mal von seiner Beziehung zu den Blinden, die er bei den Dreharbeiten zu dem Bestseller-Film "Bomber & Paganini" kennen gelernt hat, in dem er einen Blinden spielte. Adorf gilt mittlerweile als bester Freund des Verbandes und spricht in jedem Jahr auch einen Hörfilm. Begleitet wurde der Bundespräsident vom Kultur-Staatsminister Bernd Neumann, der ein Grußwort der Bundesregierung überbrachte.
Augenärzte waren wie schon in den letzten Jahren nur als Spurenelement vertreten: Neben dem Verleger Hans Biermann hatte nur der Ophthalmochirurg Prof. Dr. med. Duy-Thoai Pham, gegenwärtig Präsident der DGII, eine Einladung erhalten. Das Ehepaar Köhler hat besondere Beziehungen zum Thema, weil eine Tochter stark sehbehindert ist.
Berliner Zeitung, 22.03.2007
Der Preis für die erklärenden Worte
Der 5. Deutsche Hörfilmpreis geht an den MDR und an Robert Thalheims "Netto"
Von Andreas Kurtz
Gespräche im Freundes- oder Kollegenkreis über am Vorabend im Fernsehen gesehene Filme gehören für die meisten Menschen zum Alltag. Davon wollen sich inzwischen auch 145 000 Blinde und über 500 000 Sehbehinderte in Deutschland nicht mehr gern ausschließen lassen. Sie wünschen sich immer mehr Filme mit erklärenden Kommentaren, die ihnen die Handlung erschließen.
Genau deshalb gibt es seit 2002 den Deutschen Hörfilmpreis, dessen fünfte Verleihung am Mittwochabend im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden gefeiert wurde. Wie schon in den Jahren zuvor hatte sich Schauspieler Mario Adorf auch in diesem Jahr diesen Termin wieder frei gehalten. Er hat übrigens - wie schon Kanzler Adenauer - ganz besondere Augen: Eines ist kurzsichtig, das andere weitsichtig - das Gehirn des Mimen sorgt dafür, dass er trotzdem klare Bilder sieht. Für seine Komödie "Bomber und Paganini", in der er einen Gangster spielte, der bei einer Explosion erblindet, hatte er sich gewissenhaft vorbereitet: "Ich bin wochenlang mit geschlossenen Augen durch meine Wohnung gegangen."
Der Deutsche Hörfilmpreis 2007 ging an den Mitteldeutschen Rundfunk. Nachdem 1999 im MDR-Programm gerade mal zwölf Hörfilme gelaufen waren, wurden 2006 bereits über 100 Produktionen barrierefrei für Blinde und Sehbehinderte gezeigt. Außerplanmäßig verlieh die Jury einen Sonderpreis an den ZDF-Film "Netto" von Regisseur Robert Thalheim.
Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes: "Unser Ziel ist es, dass in naher Zukunft im Fernsehen jeden Tag ein neuer Film als Hörfilm ausgestrahlt wird und auch ein blinder Mensch am DVD-Regal oder an der Kinokasse nichts Besonderes mehr ist, weil fast alle Filme mit der Hörfilmtechnik ausgestattet sind." Die Moderation hatte in diesem Jahr Bettina Böttinger übernommen, in der Jury arbeiteten Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum mit. Den Showteil der Verleihungszeremonie bestritt Sängerin Joana Zimmer. Sie selbst ist blind und kann sich deshalb über jeden neuen Film freuen, der sich ihr durch in den Dialogpausen gesprochene Bildbeschreibungen besser erschließt.
In seinem fünften Jahr wurde die Verleihung des Hörfilmpreises auch immer mehr zum gesellschaftlichen Ereignis. Waren anfangs die Veranstalter noch unter sich geblieben, geriet diesmal die Gästeliste üppig: Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau Eva-Luise Köhler, selbst Eltern einer blinden Tochter, beehrten den Abend. Aber auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann sowie die Schauspielerinnen Katrin Sass und Judy Winter waren dabei. Matthias Schweighöfer, der als Titelheld der internationalen Filmproduktion "Der rote Baron" auch zu den Produzenten des Films gehört, musste am Abend des 5. Hörfilmpreises nicht erst überredet werden: "Natürlich wird es davon eine Hörfilmversion geben!"
RBB/MDR, 21.03.2007
Im RBB und im MDR wurde am Abend des 21. März 2007 ein Fernsehbeitrag über die Verleihung des 5. Deutschen Hörfilmpreises ausgestrahlt. Der Sprecher sagte:
Deutscher Hörfilmpreis verliehen. Für sein konsequentes Engagement für den Hörfilm ging die Auszeichnung in diesem Jahr an den Mitteldeutschen Rundfunk. Das ZDF erhielt einen Sonderpreis für die hervorragende Audideskription des Films Netto. Der Hörfilmpreis wird verliehen vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband.
Deutsche Presse-Agentur (Landes- und Basisdienst), 21.03.2007
5. Deutscher Hörfilmpreis geht an den MDR
Am 21. März wird in Berlin der DEUTSCHE HÖRFILMPREIS verliehen. Prämiert wird, wer Blinden zu verstehen hilft, was sie nicht sehen können.
Berlin (dpa) - Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist am Mittwoch in Berlin mit dem 5. Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet worden. Der MDR wurde für sein "konsequentes und nachhaltiges Engagement" in diesem Bereich geehrt. Der Film "Netto" (ZDF) bekam einen Sonderpreis für die "hervorragend umgesetzte Audiodeskription". Bei einem Hörfilm gibt es zusätzliche gesprochene Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und sehbehinderte Menschen diesen Film auch "sehen" können. Der undotierte Preis wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband verliehen.
Zu der Preisverleihung wurden neben Bundespräsident Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise die Schauspieler Ulrich Matthes, Matthias Schweighöfer, Fabian Hinrichs und Judy Winter erwartet. Schirmherr war Mario Adorf.
Diverse Zeitungen, 20./21.03.2007
Adorf übergibt Hörfilmpreis
Am 21. März wird in Berlin der DEUTSCHE HÖRFILMPREIS verliehen. Prämiert wird, wer Blinden zu verstehen hilft, was sie nicht sehen können.
Berlin / dpa - Der Schauspieler Mario Adorf wird heute in Berlin den 5. Deutschen Hörfilmpreis überreichen. Nominiert sind die Filme "Marias letzte Reise" (Arte), "Bellissima" (3sat) und "Netto" (ZDF) sowie die Hörfilm-Engagements des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Bei einem Hörfilm gibt es zusätzliche gesprochene Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und sehbehinderte Menschen diesen Film auch "sehen" können. Der undotierte Preis wird für besonders gelungene Produktionen verliehen sowie an Personen, die sich um den Hörfilm verdient gemacht haben. Zur Preisverleihung werden auch die Schauspieler Ulrich Matthes, Matthias Schweighöfer, Fabian Hinrichs und Judy Winter erwartet.
In dieser oder ähnlicher Form ist vorstehender Artikel am 20. und 21. März 2007 in folgenden Zeitungen erschienen:
B.Z., Flensburger Tageblatt, Holsteinischer Courier, Leipziger Volkszeitung, Neue Presse, Ostthüringer Zeitung
Associated Presse, 19.03.2007
Hörfilmpreis wird zum fünften Mal vergeben
Berlin (AP) Zum fünften Mal wird am Mittwoch der Deutsche Hörfilmpreis des Bilden und Sehbehindertenverbandes vergeben. Nominiert sind die Filme "Belissima" (3sat), "Marias letzte Reise" (arte) und "Netto" (ZDF) sowie die Hörfilm-Engagements des MDR und NDR. Übergeben wird der Preis von Schauspieler Mario Adorf, der erneut die Schirmherrschaft übernommen hat.
Ein Hörfilm ist ein Film mit zusätzlich gesprochenen Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und und sehbehinderte Menschen sich ein Bild von der Szenerie machen können. An der Verleihung in Berlin nehmen Kulturstaatsminister Bernd Neumann sowie zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur teil. Moderiert wird die Vergabe von Bettina Böttinger. Ein Höhepunkt des Abends ist der Auftritt der blinden Sängerin Joana Zimmer.
http://www.dbsv.org/
Deutsche Presse-Agentur (Basis- und Landesdienst), 19.03.2007
Mario Adorf übergibt Deutschen Hörfilmpreis
Berlin (dpa) - Der Schauspieler Mario Adorf wird am Mittwoch (21. März) in Berlin den 5. Deutschen Hörfilmpreis überreichen. Nominiert sind die Filme "Marias letzte Reise" (Arte), "Bellissima" (3sat) und "Netto" (ZDF) sowie die Hörfilm-Engagements des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Bei einem Hörfilm gibt es zusätzliche gesprochene Bildbeschreibungen in den Dialogpausen, so dass blinde und sehbehinderte Menschen diesen Film auch "sehen" können. Der undotierte Preis werde für besonders gelungene Produktionen verliehen sowie an Personen, die sich um den Hörfilm verdient gemacht haben, teilte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband am Montag mit.
Zu der Preisverleihung im Atrium der Deutschen Bank werden unter anderem auch die Schauspieler Ulrich Matthes, Matthias Schweighöfer, Fabian Hinrichs und Judy Winter erwartet.
(Internet: www.deutscher-hoerfilmpreis.de)
Deutscher Depeschendienst, 19.03.2007
Deutscher Hörfilmpreises wird am Mittwoch in Berlin überreicht
Berlin (ddp). Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergibt am Mittwoch in Berlin zum fünften Mal den Deutschen Hörfilmpreis. Nominiert seien die Filme "Belissima" (3sat), "Marias letzte Reise" (Arte) und "Netto" (ZDF) sowie die Hörfilm-Engagements des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des Norddeutschen Rundfunks (NDR), sagte ein Sprecher des DBSV am Montag. Der Preis wird von Schauspieler und Schirmherr Mario Adorf überreicht.
Ein Hörfilm ist ein Film mit zusätzlich eingesprochenen Bildbeschreibungen, so dass auch blinde oder sehbehinderte Menschen die Handlung verfolgen können. Seit fünf Jahren vergibt der DBSV den Hörfilmpreis an besonders gelungene Produktionen sowie an Personen, Institutionen oder Organisationen, die sich um den Hörfilm verdient gemacht haben.
(deutscher-hoerfilmpreis.de)
Stuttgarter Nachrichten, 17. März 2007
Emotionsschübe für die nachtschwarze Welt
Hörfilme ermöglichen Nichtsehenden durch akustische Bildbeschreibungen den Fernseh- und Kinogenuss
Spielfilme für Blinde - das scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Und doch laufen sie seit Jahren in unseren Programmen. Per Knopfdruck kann man sie im Zweikanalton verfolgen, wenn sie entsprechend bearbeitet wurden. Hörfilme heißen sie kurz, in Wahrheit sind es kleine Wunder: Fernsehstreifen, die den "Zuschauern" erklären, was sich auf dem Bildschirm ereignet.
Enorm professionell sind sie gemacht, denn natürlich ist es unerhört schwierig, ausdrucksstarke Filmklassiker wie "Good bye Lenin" oder "Die Blechtrommel" für die nachtschwarze Welt der Nicht-Sehenden zu übersetzen. Und nicht nur zu übersetzen, das wäre zu wenig. Ein Genuss soll das Filmspektakel ja sein, ein Emotionsschub, eine Gefühlsdusche. Miterleben soll man, was geschieht. Doch dafür müssen alle Bilder noch einmal ganz neu erfunden werden. Für das Ohr, für den Verstand. Damit sie den Bauch erreichen. Um nichts Geringeres geht es hier. Aber: Funktioniert das überhaupt? Ja, es funktioniert.
"Könnte ich doch noch einmal von vorn beginnen", sagt eine Stimme. Der Film startet, der Fernsehschirm bleibt schwarz bei der Pressevorführung - was geschieht, muss akustisch aufgenommen werden. Das Auge sieht nichts, der Gastbesuch im Dunkelreich der Sinne kennt nur das Geräusch. Applaus brandet auf, dann folgen Musikakkorde und Stimmengewirr. Discolärm? Straßenleben? Im Kopf herrscht noch Unordnung. Nun aber setzt der Erzähler, der Erklärer ein: "Ein Lichtbalken wird sichtbar, in dem schmalen Spalt erkennt man die Umrisse eines jugendlichen Gesichts. Ein Mann. Schmale Nase, weicher Mund. Er hat bräunliches Haar. Eine Locke fällt ihm leicht in die Stirn. Jetzt wird der Blick frei. Wir sind auf einer Dachterrasse. Eine kleine illustre Gesellschaft hört Klaviermusik. Der junge Mann sitzt am Flügel. Er spielt."
Ganz unaufdringlich wird der Text gesprochen. In der Finsternis formen sich erste Eindrücke, der Funke springt über, das Kino im Kopf rollt an. Ein Thriller, klar. "Der talentierte Mister Ripley" nach dem Roman der Krimiautorin Patricia Highsmith - wer den Film gesehen hat, erkennt ihn rasch wieder. Und er begreift: Hier waren Profis am Werk, die in den knappen Pausen zwischen den Dialogen eine ganze Welt erschaffen. Ein paar Worte nur, und das Unsichtbare wird sichtbar.
Für rund 650 000 blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland sind solche Hörfilme ein großer Gewinn. Nicht mehr ausgeschlossen zu sein von dem, was die anderen Menschen sehen und bestaunen, worüber sie reden, was sie beschäftigt, bedeutet Lebensqualität, kulturelle Teilhabe, Alltagsabenteuer. 600 Hörfilme sind bisher auf dem Markt, es ist noch ein relativ junges Medium. Doch der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der das Projekt Hörfilm angestoßen hat und fördert, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: "Jeden Tag ein neuer Hörfilm oder eine neue Hörfilmreportage für das Fernsehen", sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann. "Das müsste eigentlich zu schaffen sein."
Richtig, denn die Kosten sind erstaunlich niedrig: 4500 Euro nur müssen aufgebracht werden, dann wird ein Film zum Hörfilm. Zum Team der Macher gehören ausgebildete Filmbeschreiber und Texter, ein Toningenieur, ein Sprecher und - ganz wichtig - immer auch ein blinder Mitarbeiter, der sich hineinfühlen kann in die Verstandeswelt der Nicht-Sehenden und der genau weiß, wie man Atmosphäre, Zeitsprünge, Rückblenden, Traumsequenzen und Handlungsstränge bildhaft miteinander verknüpft.
An Glamour gewinnt der Hörfilm in jüngster Zeit auch. Es gibt einen Preis für die gelungensten Produktionen, bereits zum fünften Mal wird er verliehen. Aber anders als bisher hat es der DBSV diesmal verstanden, eine größere Öffentlichkeit anzusprechen. In festlicher Umrahmung wird der Preis neuerdings vergeben, eine regelrechte Gala ist vorbereitet worden mit Gaststars und Prominenten. Denn: Der Verband will raus aus dem Nischendasein, will bei Filmemachern und Produzenten das Bewusstsein dafür schärfen, dass hier mit geringstem Aufwand ein ganz neues Publikum gewonnen werden kann - wenn man nur handelt. "Irgendwann soll es zur Normalität gehören", sagt Renate Reymann, "dass mit einem Film auch gleich eine Tonspule für den Hörfilm entsteht. Dann wären wir am Ziel."
Kein Geringerer als Mario Adorf zeichnet den Siegerfilm aus. "Ich halte diesen Preis für wichtiger als den Bambi", hat Adorf mal gesagt. Als Favoriten bei der diesjährigen Verleihung am 21. März gelten "Bellissima" (3sat), "Marias letzte Reise" (Arte) und "Netto" (ZDF). Auch der MDR und der NDR sind von der Jury aus Schauspielern und Filmexperten in die engere Wahl genommen
TV Spielfilm, 09.03.2007
Mehr Licht ins Dunkel
Am 21. März wird in Berlin der DEUTSCHE HÖRFILMPREIS verliehen. Prämiert wird, wer Blinden zu verstehen hilft, was sie nicht sehen können.
Derzeit leben etwa 145000 Blinde und über eine halbe Million Menschen mit gravierenden Sehbehinderungen in Deutschland. Sie alle haben keinen ungehinderten Zugang zu Informations- und Unterhaltungsmedien. Dies will der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ändern, der 1998 das Projekt "Hörfilm" initiierte und seit 2002 den "Deutschen Hörfilmpreis" verleiht. Damit werden Produktionen, Personen und Organisationen ausgezeichnet, die Film und Fernsehen für diejenigen erlebbar machen, die nicht sehen können.
Neunzig Prozent von ihnen wünschen sich für TV-Sendungen zusätzliche akustische Bildbeschreibungen, so genannte Audiodescriptionen. Audiodescriptionen werden in die Dialog- und Geräuschpausen eingefügt und vermitteln die für eine Handlung wichtigen, jedoch nur sichtbaren Ereignisse und Stimmungen. "Hörfilme setzen solche Erläuterungen behutsam ein", sagt Ex-DBSV-Präsident Jürgen Lubnau. Und der ebenfalls blinde Hörfilmspezialist Dietrich Plückhahn ergänzt: "Filme dürfen nicht zugequatscht werden. Denn Hörfilme sind keine Hörspiele!"
Auch wenn immer mehr TV- und Kinoproduktionen mit Audiodescriptionen gesendet werden oder auf DVD erhältlich sind, ist ein DBSV-Ziel noch unerreicht, nämlich "jeden Tag einen Hörfilm ins Fernsehen zu bringen". Dabei ist dieser akustische Extraservice mit durchschnittlichen Kosten von 4500 Euro pro Film relativ billig. Gut möglich, dass der 5. Deutsche Hörfilmpreis, den Schirmherr Mario Adorf am 21. März übergibt, mehr Ehrgeiz bei Fernsehsendern und Filmemachern weckt, ihre Filme endlich auch denen zeigen zu wollen, die sie nicht sehen können.
Mark Schlemmermeyer
Grundblatt, März 2007
Nominiert sind ...
Am 21. März wird der Deutsche Hörfilmpreis verliehen
Gerade noch in der Berlinale-Jury und ein paar Tage später schon Schirmherr einer anderen besonderen Film- Veranstaltung: Der bekannte Schauspieler Mario Adorf überreicht bereits zum fünften Mal den Deutschen Hörfilmpreis. Initiiert vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband werden Personen, Institutionen und Organisationen, die sich besonders um den Hörfilm verdient gemacht haben, ausgezeichnet. Ein Hörfilm hat zusätzliche Bildbeschreibungen in den Dialogpausen. Nominiert sind die Fernsehsender 3sat mit "Bellisima", Arte mit "Marias letzte Reise" und das ZDF mit "Netto" so wie der NDR und der MDR für ihr Hörfilm-Engagement.
Die Jury, darunter Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspielerin Brigitte Grothum, muss nun entscheiden, wer die Auszeichnung erhält. Die eigentlichen Gewinner stehen aber jetzt schon fest: alle Sehbehinderten und Blinden, auf deren alltägliche Bedürfnisse aufmerksam gemacht wird. Und natürlich die Gäste des Abends im Atrium der Deutschen Bank in Berlin, auf die wieder eine außergewöhnliche Veranstaltung wartet, moderiert von der WDR-Moderatorin Bettina Böttinger. Das künstlerische Highlight dieses Abends setzt die blinde Sängerin Joana Zimmer.
Informationen gibt es auf der barrierefreien Homepage www.deutscher-hoerfilmpreis.de.
Grundblatt, Februar 2007
Zum Hören und Staunen
Bettina Böttinger über ihr Engagement für den Deutschen Hörfilmpreis
Am 21. März wird zum fünften Mal wird der Deutsche Hörfilmpreis an Menschen, Institutionen und Organisationen vergeben, die sich nachhaltig um das Medium Hörfilm verdient gemacht haben. Ein Hörfilm zeichnet sich durch eingesprochene knappe Erläuterungen zwischen den Dialogen aus. 2002 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband aus der Taufe gehoben, wird der Preis mittlerweile immer mehr von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Ein Hauptgrund dafür dürfte die Schirmherrschaft von Schauspieler Mario Adorf sein. In diesem Jahr wird es auch eine prominente Jury geben, der beispielsweise Filmproduzentin Regina Ziegler angehört, sowie eine hochkarätige Moderation.
Durch die Verleihung wird die WDR-Talkshow-Moderatorin Bettina Böttinger führen. Die Journalistin ist seit mehr als 13 Jahren in Sendungen wie „B trifft“, „Böttinger“ und seit vergangenem Jahr im „Kölner Treff“ zu sehen. Darüber hinaus produziert die 50-Jährige mit ihrer eigenen Firma Tiersendungen, ist Buchautorin und engagiert sich für mehrere karitative Einrichtungen wie die Aidshilfe, „Burundi Kids“ und die Frauenrechtsorganisation „Medica Mondiale“. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Anfragen für Moderationen der unterschiedlichsten Bereiche.
Frau Böttinger, warum haben Sie sich bei Ihrem übervollen Terminkalender gerade für den fünften Deutschen Hörfilmpreis Zeit genommen?
Bettina Böttinger:
Ich kann einfach nicht Nein sagen, wenn es um so eine wichtige Sache geht. Dieser Preis ist gut und notwendig, um auf die Belange der blinden und sehbehinderten Menschen in unserem Land aufmerksam zu machen. Natürlich bin ich voll ausgelastet, aber ich unterstütze dennoch gerne Organisationen oder wie in diesem Falle, einen Preis, der mir am Herzen liegt, da er ein Problem in den Vordergrund stellt, mit dem ein Großteil unserer Bevölkerung zu kämpfen hat. Es gibt rund 145.000 Blinde und über 500.000 Sehbehinderte, die sich wünschen, an unserer Alltagskultur teilnehmen zu können. Das Medium Fernsehen gehört dazu und ich hoffe, dass durch den Deutschen Hörfilmpreis und der damit verbundenen Prominenz, beispielsweise von Schirmherr Mario Adorf, der Hörfilm sich immer mehr etabliert. Ich finde es großartig, dass ein so beeindruckender Mensch wie er sich dafür engagiert und freue mich schon darauf, ihn in Berlin zu treffen.
Haben Sie das Medium Hörfilm schon bewusst wahrgenommen bevor Sie gefragt wurden, ob Sie die Preisverleihung moderieren möchten?
Böttinger:
Ich muss gestehen, dass ich zuerst durch einen Zufall darauf aufmerksam wurde. Beim „Durch-die-Programme-schalten“ stieß ich auf einen „Zweitonkanal“ und hörte kurz rein. Außerdem habe ich vor einigen Jahren ein größeres Fernsehfeature über Gehörlose gemacht und bin dadurch ein bisschen mehr als andere sensibilisiert. In meinem direkten Freundeskreis gibt es zwar niemanden, der sehbehindert ist, aber ein Nachbar in dem kleinen Dorf in der Eifel, in dem ich lebe, ist davon betroffen, und ich weiß, dass er gerne „Fernsehen hört“ und sich bestimmt über ein noch größeres Angebot an Hörfilmen freuen würde.
In den vergangenen neun Jahren hat sich auf diesem Bereich viel getan. Schließlich lag das Hörfilmangebot 1997 noch bei ganzen 8 Filmen, 2006 waren es schon rund 550. Sehen Sie da noch mehr Potenzial?
Böttinger:
Auf jeden Fall. Meiner Meinung nach müsste es jeden Tag mindestens ein Hörfilmangebot geben. Wir leben in einer Zeit, in der das Fernsehen ein Leitmedium geworden ist. Wer an diesem so wichtig gewordenen Bestandteil des alltäglichen Lebens nicht teilhaben kann, wird sich ausgeschlossen fühlen, egal ob bei der Arbeit oder im Freundes- oder Familienkreis. Das sage ich nicht nur, weil ich selbst im Fernsehen präsent bin, schließlich sind meine Talkshows ein sehr Sehbehinderten freundliches Format - anders als Serien oder Filme, die nun mal hauptsächlich über Bilder transportiert werden. Ich hoffe sehr, dass in der Zukunft mehr investiert wird, um dieses Leitmedium den nicht sehenden Menschen näherzubringen.
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Das Gespräch für Das Grundblatt führte Martina Reckermann.
Weitere Informationen im Internet unter www.deutscher-hoerfilmpreis.de
Zusatzinformation:
2002 wurde der Preis vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband aus der Taufe gehoben
textinternnet, 30.01.2007
Böttinger moderiert Deutschen Hörfilmpreis
WDR-Moderatorin Bettina Böttinger präsentiert in diesem Jahr den 5. Deutschen Hörfilmpreis. Die Preisverleihung mit Schirmherr Mario Adorf findet am 21. März in Berlin statt. Im Rahmen der Preisverleihung wird auch die blinde Sängerin Joana Zimmer auftreten. Zur Jury des Deutschen Hörfilmpreises gehören Filmproduzentin Prof. Regina Ziegler, RBB-Fernsehdirektor Gabriel Heim, Schauspielerin Brigitte Grothum und Prof. Dr. Klaus Siebenhaar, Leiter des Instituts für Kultur-und Medienmanagement der Freien Universität Berlin.
Berliner Boxx, Januar 2007
Deutscher Hörfilmpreis feiert 5-jähriges Jubiläum am 21. März
Am 21. März findet zum 5 . Mal die Verleihung des Preises statt, mit dem besonders gelungene Hörfilmproduktionen sowie Personen, Institutionen oder Organisationen vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ausgezeichnet werden. Die Vergabe findet unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf statt, der den Preis persönlich übergibt. In der Jury werden u.a. die Filmproduzentin Regina Ziegler, die Schauspielerin Brigitte Grothum, rbb-Fernsehdirektor Gabriel Heim und der Leiter des Instituts für Kultur- und Medienmanagement an der FU Berlin, Prof. Dr. Klaus Siebenhaar über die besten Audiodeskription entscheiden. Die Verleihung findet im Atrium der Deutschen Dank Unter den Linden Berlin statt.
Berliner Boxx, Januar 2007
21.03.2007 - Deutscher Hörfilmpreis
Mit dem Preis werden Personen, Institutionen oder Organisationen ausgezeichnet, die sich nachhaltig um das Medium Hörfunk verdient gemacht haben. Der Deutsche Hörfilmpreis wird bereits zum 5. Mal verliehen.
Grundblatt, Januar 2007
Den Kinderschuhen entwachsen
Der Deutsche Hörfilmpreis unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf wird 2007 zum fünften Mal vergeben
Blitzlichtgewitter, roter Teppich, Staraufgebot - Bilder, die fast jeder automatisch mit einer Filmpreisverleihung verbindet. Beim Deutschen Hörfilmpreis hingegen geht es alles ein bisschen ruhiger und intimer zu. Dennoch ist der kleine Bruder mittlerweile erwachsen geworden. Im neuen Gewand kommt er daher, mit peppigem Logo, das ein großes Ohr ziert, einem Flyer in Filmrollenoptik und einem kleinen Jubiläum. Am 21. März 2007 wird er in Berlin schon zum fünften Mal an besonders gelungene Hörfilmproduktionen sowie an Personen, Institutionen oder Organisationen, die sich nachhaltig um das Medium Hörfilm verdient gemacht haben, vergeben. 2002 initiiert vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, kurz DBSV, will er auf die Bedürfnisse der rund 145.000 blinden und über 500.000 sehbehinderten Deutschen aufmerksam machen und dazu beitragen, die Lebensqualität seiner Mitglieder zu verbessern.
Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Teilnahme am kulturellen, aber auch ganz alltäglichem Leben, beispielsweise dem Fernsehen. Das Unterhaltungsprogramm wie der Sonntagabend-Krimi oder Vorabend-Serien sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Alltagskultur geworden, sind Gesprächsstoff in der Familie, beim Essen mit Freunden oder am Arbeitsplatz. Wer da nicht mitreden könne, fühle sich ausgeschlossen, erklärt der DBSV-Vorstand. Bilderklärungen werden eingesprochen. Zumindest im TV-Bereich wurden aus Sicht des Verbandes in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Maßgeblich daran beteilt war 1998 die Einführung des Projektes „Hörfilm“ durch den DBSV, das die Etablierung des neuen Mediums in den Medien erst möglich machte. Hinzu kam die Gründung der Deutschen Hörfilm gGmbH 2001. Seitdem wurden rund 600 Filme, darunter „Good Bye Lenin“ oder „Sophie Scholl“, bearbeitet. Konkret heißt das, dass knappe Erläuterungen visuelle Elemente einer Szene vermitteln und Bilderklärungen über wichtige Details wie Gestik, Mimik, Ambiente oder Aussehen der Schauspieler in den Dialogpausen eingesprochen werden. Audiodeskription heißt dieses Verfahren, das aus einem Film einen Hörfilm macht. An jedem Projekt arbeiten sehende und nicht sehende Produzenten zusammen. Ausgewählt werden die Filme nach mehreren Kriterien. „Entscheidend ist dabei der attraktive Sendeplatz und dass der Film zur Kategorie Klassiker, Serien oder Sendereigenproduktionen gehört, die oft auf verschiedenen Kanälen wiederholt werden“, sagt Martina Wiemers, die Geschäftsleiterin der Deutschen Hörfilm gGmbH.
Zurzeit werden auf verschiedenen Sendern regelmäßig Hörfilme ausgestrahlt. 2006 waren es rund 550, eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, dass das Angebot 1997 noch bei ganzen 8 Filmen lag. Eine Entwicklung, die den DBSV zwar ermutigt, aber noch nicht ganz befriedigt. „Unser Ziel ist es, dass in naher Zukunft im Fernsehen jeden Tag ein Hörfilm ausgestrahlt wird und auch ein blinder Mensch am DVD-Regal oder an der Kinokasse nichts Besonderes mehr ist,“ hofft die Präsidentin des DBSV, Renate Reymann. Ein Wunsch, dessen Erfüllung vielleicht durch die fünfte Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises am 21. März ein bisschen näher rückt. Schließlich wird er von Jahr zu Jahr populärer.
Ein Zeichen dafür ist auch die hochkarätig besetzte Jury mit Filmproduzentin Regina Ziegler, Schauspielerin Brigitte Grothum, RBB-Fernsehdirektor Gabriel Heim und der Leiter des Instituts für Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin, Professor Klaus Siebenhaar.
Der Schirmherr ist kein geringerer als Mario Adorf. Der internationale Schauspieler ist von Anfang an dabei und wird auch 2007 wieder persönlich den Preis, der aus einem wunderschönen Relief mit Namen „Die Lauschende“ besteht, überreichen. Wer ihn nach den Preisträgern der vergangenen Jahre, zu denen der Bayerische Rundfunk, das ZDF, Sat 1, die Kinowelt Home Entertainment GmbH und die Filmfestspiele Berlin gehören, erhält, wird erst am 21. März im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden bekannt gegeben. Der künstlerische Höhepunkt des Abends steht allerdings schon fest, der Auftritt der blinden Sängerin Joana Zimmer.
Zusatzinformation:
Der Deutsche Hörfilmpreis wird am 21. März 2007 verliehen. Initiiert vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband werden damit zum fünften Mal besonders gelungene Hörfilmproduktionen sowie Personen oder Organisationen geehrt, die sich um den Hörfilm verdient gemacht haben.
Berliner vis-à-vis, Winter 2006
Hören statt Sehen
Bereits zum fünften Mal vergibt der Deutsche Blinden- uns Sehbehindertenverband (DBSV) 2007 den Deutschen Hörfilmpreis. Die Preisverleihung findet am 21. März in Berlin im Atrium der Deutschen Bank Unter den linden statt. Wie in den Jahren zuvor hat Mario Adorf wieder die Schirmherrschaft übernommen und wird die Preisverleihung persönlich vornehmen. Mit dem Preis werden Personen, Institutionen oder Organisationen ausgezeichnet, die sich nachhaltig um das Medium Hörfunk verdient gemacht haben. Der Preis besteht aus dem rund drei Kilogramm schweren Bronzerelief „Die Lauschende“, die der blinde Künstler Dario Malkowski gestaltet hat. „Die eine Hand liegt hinter dem Ohr, um das Hören deutlich zu machen, die andere Hand bedeckt gedankevoll die Augen“, beschreibt er selbst das Kunstwerk, das in sehr direkter Weise symbolisiert, wie blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen einen Hörfilm „sehen“. Ein Hörfilm ist ein Film, dem für blinde und sehbehinderte Menschen zusätzlich akustische Bildbeschreibungen in Dialogpausen hinzugefügt sind. Die kurzen und knappen Erläuterungen vermitteln die für den Handlungsverlauf wichtigen und sonst visuell wahrnehmbaren Ereignisse in Szene.
ddp, 12.12.06
11.00 - PK zum Deutschen Hörfilmpreis
2007 / Dunkelrestaurant & Dunkelbühne „Noct Vagus“, Saarbrücker Straße
PRReport, Dezember 2006
Butterfly Communications betreut den Deutschen Hörfilmpreis 2007, der am 21. März in Berlin vom Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben wird. Der DBSV hat die ortsansässige Agentur beauftragt, die Medienarbeit zum Thema Hörfilm und Hörfilmpreis zu konzipieren, zu gestalten und zu betreuen. Zudem soll die Agentur die Zusammenarbeit mit politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildern und Entscheidungsträgern sowie deren Einladung und Betreuung im Rahmen der Veranstaltung übernehmen.
textintern, 17.11.2006
Im kommenden Jahr vergibt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) zum fünften Mal den Deutschen Hörfilmpreis. Die Verleihung findet am 21. März in Berlin statt. Schirmherr ist Schauspieler Mario Adorf. Mit dem Preis werden Personen, Institutionen und Organisationen ausgezeichnet, die sich um den Hörfilm verdient gemacht haben - ehrenamtlich oder professionell. Zurzeit sichtet die Jury, der die Filmproduzentin Regina Ziegler angehört, eingegangene Vorschläge. Parallel erstellt die Agentur Exozet aus Berlin einen barrierefreien Online-Auftritt für die Veranstaltung. Die Öffentlichkeitsarbeit betreut die Agentur Butterfly Communications von Detlef Untermann, Berlin.
PRReport Newsletter, 03.11.2006
Die letzte Meldung ... besagt, dass die Agentur Butterfly Communications die Medienarbeit für den Deutschen Hörfilmpreis leistet.
KOMMNEWS Berlin, 02.11.2006
Butterfly Communications für Deutschen Hörfilmpreis
Butterfly Communications betreut den Deutschen Hörfilmpreis 2007. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat die Kommunikationsagentur beauftragt, die Medianarbeit zum Thema Hörfilm und Hörfilmpreis zu konzipieren, zu gestalten und zu betreuen. Außerdem soll die Agentur in Zusammenarbeit mit dem politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildern und Entscheidungsträgern sowie deren Einladung und Betreuung im Rahmen der Veranstaltung übernehmen.
Der Deutsche Hörfilmpreis wird am 21. März 2007 zum 5. Mal unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf in Berlin durch den DBSV verliehen. Mit dem Preis werden Personen, Institutionen oder Organisationen ausgezeichnet, die sich nachhaltig um das Medium Hörfilm verdient gemacht haben. Mit der seit 2002 jährlich stattfindenden Preisverleihung trägt der DBSV dazu bei, dass Kino und Fernsehen auch für Menschen mit Sehproblemen erlebbar werden.
Ein Hörfilm ist ein Film, dem für blinde und sehbehinderte Menschen zusätzlich akustische Bildbeschreibungen in Dialogpausen hinzugefügt sind. Die kurzen und knappen Erläuterungen vermitteln die für den Handlungsverlauf wichtigen und sonst visuell wahrnehmbaren Ereignisse in Szene.

